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Mutmaßlicher Todesschütze von Virginia ergibt sich

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New York (dpa) - Im US-Bundesstaat Virginia ist ein grässlicher Amoklauf mit acht Toten und einer stundenlangen Jagd auf den mutmaßlichen Täter zu Ende. Ein 39-jähriger Familienvater soll acht Menschen, darunter seine Frau und einen Sohn getötet haben.

Der mutmaßliche Todesschütze stellte sich nach Angaben von US-Medien am Mittwochmorgen (Ortszeit) der Polizei. Gut 100 Beamte hatten den bewaffneten Mann nach der Entdeckung des Massakers in einem Waldstück nahe der Stadt Appomattox in die Enge getrieben. Mit Suchhunden und Wärmebildgeräten fahndeten sie mehr als zwölf Stunden nach dem Flüchtigen. Am Ende der Nacht gab er auf. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei von Virginia, Corinne Geller, näherte er sich mit erhobenen Armen einem Beamten und ließ sich festnehmen.

Der bisher als «guter Bürger» bekannte Familienvater hatte ersten Erkenntnissen zufolge nach einem häuslichen Streit zunächst seine Ehefrau und den Sohn erschossen. Auch ein unbekannter Jugendlicher kam ums Leben. Die Leichen von weiteren fünf Menschen, deren Identität zunächst nicht geklärt war, wurden in einem Haus oder in dessen Nähe entdeckt.

Die Ermittler machten zunächst auch keine Angaben darüber, ob es sich bei diesen Toten um Verwandte oder Nachbarn des Schützen handelt. Kreissprecher Samuel E. Carter ging nach einem Bericht der «Washington Post» von einem Familiendrama aus. Der Gouverneur von Virginia, Robert McDonnell, sprach von einem «entsetzlichen Verbrechen».

Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Täters befreite sich das Städtchen Appomattox am Mittwoch langsam aus seiner Schockstarre. Die Polizei hatte nach dem grausigen Fund am Dienstag eine Schule am Ort geschlossen und den Geschäftsleuten geraten, ihre Läden zu schließen. Nach Angaben der Zeitung wurden einige Wohnhäuser in der Nachbarschaft des Tatortes evakuiert. Appomattox liegt etwa 160 Kilometer südwestlich von Richmond und ist vor allem durch seine Geschichte bekannt: Hier endete 1865 mit der Kapitulation von General Robert E. Lee der amerikanische Bürgerkrieg.

Die Polizei von Appomattox war auf das Verbrechen aufmerksam geworden, als sie einen jungen Mann schwer verletzt auf einer Landstraße fand. Während die Beamten Verstärkung herbeiriefen, wurden sie aus dem anliegenden Waldstück beschossen. Von dem jungen Mann, der laut CNN auf dem Weg ins Krankenhaus von Lynchburg starb, führte die Spur in das Haus gut 15 Kilometer außerhalb der Stadt. Dort stießen die Beamten nach Angaben der Zeitung unter anderem auf die Leichen der Ehefrau und eines Sohnes.

Derweil beschoss der mutmaßliche Täter einen Polizeihubschrauber und zwang ihn zur Notlandung. Nach Angaben der «Washington Post» kam niemand zu Schaden durch die Schüsse aus dem Hinterhalt. Der Sprecher des Kreises Appomattox erklärte, dass bisher keine Beschwerden aus oder über die Familie vorgelegen hätten. Er nannte alle Beteiligten an dem achtfachen Kapitalverbrechen «gute Bürger», die bisher in keiner Weise auffällig geworden seien.

Kriminalität / USA
20.01.2010 · 16:09 Uhr
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