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Müller ist bester Schütze und Jungprofi

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Port Elizabeth (dpa) - «Wahnsinns-WM» für Thomas Müller: Erst WM- Bronze, dann auch noch der «Goldene Schuh» und die Ehrung als bester Jungprofi.

Als der 20-jährige Senkrechtstarter vom FC Bayern München mit seinen Teamkollegen der Nationalmannschaft längst im Airbus A 380 Richtung Heimat saß, gab es vom Fußball-Weltverband zwei weitere Auszeichnungen. Mit fünf WM-Toren und drei Assists tritt Müller als bester Schütze des Turniers in die Fußstapfen von Miroslav Klose, als bester Jungprofi «beerbt» er den 2006 gekürten Lukas Podolski.

Seit zwölf Monaten ging es für den Spieler mit dem berühmten Fußballer-Namen immer nur bergauf, von einem Höhepunkt zum anderen: Stammplatz im Bayern-Starensemble von Chefcoach Louis van Gaal, Meistertitel, DFB-Pokalsieg, Champions-League-Finale - und jetzt WM- Dritter. «Für mich ist das eine Super-Bestätigung für die Arbeit in dieser Saison. Es freut mich, dass ich so einen Superlauf hatte», verkündete Müller noch immer locker und frisch.

Der WM-Aufsteiger sah nach dem 3:2-Kampfsieg im «kleinen Finale» gegen Uruguay so aus, als ob er noch bereit wäre für ein paar Freundschaftskicks in südafrikanischen Townships. «Von der Kraft ging's», sagte Müller und sorgte damit in der Reporterschar ebenso für Erstaunen wie mit der Selbsteinschätzung der WM.

Mit der Erfahrung von einem Länderspiel war Müller in die Vorbereitung auf Südafrika gegangen - mit fünf WM-Toren, der Bronzemedaille und einer Menge Lob im Gepäck konnte er am Sonntag zurückfliegen. «Es ist natürlich ein Wahnsinn, wenn du neu zu einer WM kommst. Wenn mir jemand acht Scorer-Punkte vorhergesagt hätte, hätte ich auch gesagt, ihr spinnt doch alle.»

Für Müller war es einfach eine «Wahnsinns-WM», doch er sieht sich nur als einen Teil des ganzen afrikanischen Wintermärchens. «Ich stecke mitten drin. Die Mannschaft hat mich unterstützt und es hat mich keiner auf dem Zettel gehabt», verwies er auf die unterstützenden Faktoren. «Die Mannschaft war auf einem Top-Level.»

Der vor dem Turnier nicht nur bei Argentiniens Trainer und Idol Diego Maradona noch unbekannte Müller sicherte sich den Sieg in der Wertung des «Goldenen Schuhs» aufgrund seiner drei Tore-Vorlagen. Die im Finale erfolglosen David Villa und Wesley Sneijder sowie Diego Forlan aus Uruguay waren ebenfalls auf fünf Treffer gekommen.

Auch der Titel «Jungstar der WM» war Müller nicht zu nehmen. «Es ist natürlich eine Ehre, in einem Zuge mit Beckenbauer, Pelé, Michael Owen oder Podolski genannt zu werden», sagte der neue deutsche Torjäger mit Blick auf seine Vorgänger. Für ihn war WM-Rang drei aber nicht wirklich ein Trost: «Natürlich hast du nach dem Spiel ein positives Gefühl. Trotzdem bist du im Halbfinale rausgeflogen. Jetzt können wir alle noch einigermaßen zufrieden nach Hause gehen. Und dann packen wir es halt das nächste Mal.»

Fußball / WM / Torschützen
11.07.2010 · 23:37 Uhr
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