News
 

Müde Nullnummer: Frankreich enttäuscht gegen Uruguay

Ribéry gegen PerezGroßansicht
Kapstadt (dpa) - Tristesse statt Raffinesse - die einst für ihren Champagnerfußball gerühmten Franzosen sind mit einer dürftigen Vorstellung in die WM gestartet. Der Finalist von 2006 lieferte zum Auftakt beim 0:0 gegen Uruguay im zweiten Spiel der Gruppe A am Freitag eine enttäuschende Vorstellung.

Vor 64 100 Zuschauern im Greenpoint-Stadion von Kapstadt fand das Team um Bayern-Star Franck Ribéry kein Mittel gegen destruktiv spielende Südamerikaner. Nach einem harten Foulspiel gegen Bacary Sagna sah der eingewechselte Nicolás Lodeiro (81.) die Gelb-Rote Karte - der erste Platzverweis des Turniers. Doch auch in Überzahl gelang Frankreich kein Happy-End.

«Es ist natürlich frustrierend, wenn du ständig Druck machst und der Ball geht nicht rein. Wenn man sich das Niveau in diesem Match ansieht, war es enttäuschend. Es war ein schönes 0:0, aber ein schlechtes 1:0 wäre mir lieber gewesen», sagte der französische Trainer Raymond Domenech. Auch Kapitän Patrice Evra zeigte sich keinesfalls niedergeschlagen: «Da war Raum für mehr. Wir hätten gewinnen müssen. Ich bin weiter zuversichtlich. Heute hat nur das Tor gefehlt.»

Die «Équipe Tricolore» steht damit bereits am kommenden Donnerstag gegen Mexiko mächtig unter Druck. Wie schon vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft blieb die Grande Nation den Nachweis ihrer Klasse schuldig. Alle Hoffnungen auf einen spielerischen Fortschritt erweisen sich als Wunschdenken. Auch Ribéry konnte die große Bühne nicht nutzen und blieb über weite Strecken blass.

Frankreich war bereits beim frühzeitigen EM-Aus 2008 mit einem 0:0 gegen Rumänien gestartet. Auch gegen Uruguay hat dieses Ergebnis Tradition. Sowohl das Aufeinandertreffen bei der WM 2002 in Südkorea als auch die Testpartie im November 2008 sah weder Sieger noch Tore. «Wir hatten Probleme, im Spielaufbau den Ball zu halten», bemängelte Uruguays Stürmer Diego Forlán, der dennoch von einem «gerechten Ergebnis» sprach.

Der in der Heimat höchst umstrittene Domenech machte seine Ankündigung wahr und verzichtete bis zur 72. Minute auf Rekordtorjäger Thierry Henry - trotz der vielen Proteste von Spielern und Ex-Profis. Mit einer Forderung konnten sich die Wortführer um Ribéry bei ihrem Trainer, der nach der WM von Laurent Blanc ersetzt wird, durchsetzen: Hinter dem Bayern-Profi sicherte Abou Diaby vom FC Arsenal statt Florent Malouda im linken Mittelfeld ab.

Die starke Seite der «Équipe Tricolore» sorgte auch für die erste gefährliche Situation. Doch nach schnellem Flankenlauf von Ribéry ging Sidney Govou (7.) zu lässig mit der Hereingabe um und schob den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei. In der müden Anfangsphase versuchte Frankreich den Gegner früh unter Druck zu setzen, die tief stehenden Südamerikaner konzentrierten sich zunächst auf Konter.

So wurde Keeper Hugo Lloris das erste Mal nach gut einer Viertelstunde gefordert. Der Schuss von Uruguays Sturmstar Forlán (16.) von der Strafraumgrenze geriet jedoch zu unplatziert, um den Torhüter von Olympique Lyon ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Doch Ribéry und Co. wirkten ebenfalls ohne jegliche Inspiration. Bis auf die Torszenen hielt sich der Unterhaltungswert der Partie in engen Grenzen. So plätscherte das Spiel ohne Höhepunkte der Halbzeitpause entgegen.

In der zweiten Halbzeit spielten «Les Bleus» sogar noch einfallsloser. Vielmehr kam Forlan in der 74. Minute frei zum Schuss, verzog aber knapp. Erst nach dem Platzverweis für Lodeiro drängten die Franzosen, konnte aber den Fehlstart nicht abwenden. Nach der trostlosen Nullnummer bleibt dem Domenech-Team nur der hoffnungsvolle Blick in die jüngste WM-Historie. Auch vor vier Jahren hieß das erste Ergebnis gegen die Schweiz 0:0. Damals endete die WM-Mission erst mit der Finalniederlage im Elfmeterschießen gegen Italien.

Fußball / WM / Uruguay / Frankreich
11.06.2010 · 23:23 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
23.03.2017(Heute)
22.03.2017(Gestern)
21.03.2017(Di)
20.03.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen