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Mordfall Dennis: «Maskenmann» angeklagt

Polizeibeamte heften am 15.04.2011 vor der Pressekonferenz der SOKO Dennis Bilder von drei Opfern und deren Fundorte an eine Pinnwand.Großansicht

Stade (dpa) - Als «Maskenmann» stieg er jahrelang nachts in Schullandheime, Internate und Wohnungen ein. Er verging sich an Jungen, verschleppte und tötete sie. Jetzt ist der 40 Jahre alte Pädagoge wegen dreifachen Mordes an Kindern und 20 Fällen sexuellen Missbrauchs angeklagt.

Fast 20 Jahre lang hatte die Polizei in Norddeutschland vergeblich einen Kindermörder gesucht. Erst nachdem sich im Frühjahr ein neuer Zeuge gemeldet hatte, konnte der Mord an dem neunjährigen Dennis aus Niedersachsen sowie zwei weitere Kindermorde aufgeklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Stade wirft Martin N. vor, drei Jungen ermordet zu haben. Außerdem sind 20 Fälle sexuellen Missbrauchs angeklagt.

«Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, den in den Medien als "Maskenmann" bezeichneten Angeschuldigten» strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen, sagte der Sprecher der Behörde, Kai Thomas Breas. Ob der geständige Pädagoge vermindert oder voll schuldfähig ist, soll ein Gutachten klären. Das Ergebnis stehe noch aus.

Der 40-Jährige soll im September 2001 Dennis K. aus einem Schullandheim in Wulsbüttel nachts entführt und getötet haben. Die Leiche des Jungen aus Osterholz-Scharmbeck fanden Pilzsammler erst zwei Wochen später.

Bereits im Jahr 1992 hat Martin N. der Anklage zufolge den 13 Jahre alten Stefan aus einem Internat in Scheeßel entführt. Die Leiche wurde erst fünf Wochen später gefunden. 1995 soll er den achtjährigen Dennis R. aus einem Zeltlager bei Schleswig verschleppt und getötet haben.

Die Polizei hatte den 40-Jährigen in diesem Frühjahr in seiner Hamburger Wohnung festgenommen. In der polizeilichen Vernehmung im April gab er die Taten nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu. Seitdem mache er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Der Beschuldigte bestreitet nach Angaben des Sprechers, zwei weitere ihm vorgeworfene und bisher ungeklärte Kindermorde in den Jahren 1998 und 2004 begangen zu haben. Die Polizei ermittle in diesen Fällen weiter.

Die Staatsanwaltschaft klagt den 40-Jährigen wegen Mordes an, weil er die Kinder ihrer Überzeugung nach heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet hat. Die Taten hätten dazu gedient, die zuvor an den Kindern begangenen Sexualstraftaten zu verdecken. Der Angeklagte hatte insgesamt rund 40 Fälle von sexuellem Missbrauch zugegeben. Es könnten aber nur 20 angeklagt werden, weil die übrigen Fälle verjährt seien, teilte die Behörde mit.

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Soko Dennis
Kriminalität / Kinder
20.07.2011 · 13:29 Uhr
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