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Montgomery: «Kassen sollen Ross und Reiter nennen»

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Nürnberg (dpa) - Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery wehrt sich gegen Anschuldigungen der Krankenkassen wegen Fangprämien für Klinik-Überweisungen. Am Rande des Ärztetags in Nürnberg sagte Montgomery der Deutschen Presse-Agentur, warum er die Kritik der Kassen nicht gelten lässt.

Was halten Sie davon, dass die Krankenkassen zeitgleich zur Eröffnung des Ärztetags ihre Studie über Extra-Honorar für Klinik-Überweisungen veröffentlichten?

Montgomery: «Die Tatsache, dass sie es heute veröffentlichen, zeigt, dass sie ausschließlich den Zweck verfolgen, den Ärztetag und die Ärzteschaft zu stören. Das diskreditiert den Spitzenverband der Krankenkassen als ernstzunehmenden Verhandlungspartner.»

Aber dass jede vierte Klinik sogenannte Fangprämien für Patienten zahlt, ist doch alarmierend, oder?

Montgomery: «Wir haben festgestellt, dass in vielen Fällen, die den Clearing-Stellen (Anti-Korruptions-Einrichtungen) vorliegen, gar nichts dran ist. Die Kassen tun so, als handele es sich beim größten Teil der Krankenhäuser um kriminelle Vereinigungen. Sie übertreiben die Dimension völlig.»

Was kann gegen Extra-Honorar für Überweisungen getan werden?

Montgomery: «Den einen oder anderen Fall wird es geben. Wenn die Kassen Hinweise haben, dass etwas Falsches passiert ist, sollen sie uns die schwarzen Schafe anzeigen. Ärzte können dann sogar die Zulassung verlieren. Die Kassen sollen Ross und Reiter nennen, wenn sie das können.»

Gesundheit / Krankenhäuser / Ärzte
22.05.2012 · 15:44 Uhr
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