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Mittelstand fordert zwei Karenztage bei Krankschreibung

Berlin (dts) - Angesichts einer hohen Zahl von Krankschreibungen wird erneut der Ruf nach Einführung von Karenztagen bei der Lohnfortzahlung laut. Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, sagte der "Bild-Zeitung" (Dienstagausgabe): "Bei uns gilt im Krankheitsfall die Lohnfortzahlung ab dem ersten Tag. Ich bin überzeugt, mit der Einführung von zwei Karenztagen, wie es international üblich ist, würde der Krankenstand in Deutschland deutlich sinken."

Auch der FDP-Gesundheitsexperte Erwin Lotter verlangte eine Überprüfung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. "Es ist sinnvoll, über die Einführung von Karenztagen nachzudenken. Möglich wäre beispielsweise ein Tag im Jahr", sagte der FDP-Politiker der "Bild-Zeitung". Tricksereien bei Krankschreibungen dürfe es nicht geben. Hintergrund der Forderungen sind Recherchen der "Bild-Zeitung", denen zufolge Ärzte in Deutschland häufig auch Gesunde auf deren Wunsch krankschreiben. Durch Gefälligkeitsatteste entsteht der deutschen Wirtschaft laut Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung jährlich ein Schaden von fünf bis zehn Milliarden Euro. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sprach dagegen von Einzelfällen. KBV-Pressesprecher Roland Stahl sagte der Zeitung: "Die rund 125 000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland gehen tagtäglich verantwortungsbewusst mit Krankschreibungen um und schreiben nur nach medizinischen Gesichtspunkten krank."
DEU / Arbeitsmarkt / Gesundheit
04.01.2011 · 03:29 Uhr
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