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Misshandlungsskandal bei der Bundeswehr weitet sich aus

Berlin (dts) - Bei der Bundeswehr gibt es offenbar viel mehr Misshandlungsfälle als bisher angenommen. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, hat den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses heute neue Beweise vorgelegt, wonach Misshandlungen und skurrile Aufnahmerituale in der Truppe keine Einzelfälle sind. Bereits vor 14 Tagen waren Fälle aus dem Gebirgsjägerbataillon in Mittenwald bekannt geworden, bei denen neue Wehrpflichtige dazu gezwungen wurden, rohe Leber zu essen und so viel Alkohol zu trinken, bis sie erbrechen mussten. Ein weiterer Bericht, der jetzt dem Wehrbeauftragten vorliegt, besagt, dass Soldaten in einem Spind eingeschlossen und dann umgestoßen wurden, während sie Lieder singen mussten. Robbe habe nun insgesamt 54 Hinweise auf weitere Missbrauchsfälle bekommen und wolle diese prüfen. Einen öffentlichen Kommentar wollte der Wehrbeauftragte noch nicht abgeben, erst müssten die Anschuldigungen alle überprüft werden. Offenbar wussten jedoch auch die jeweiligen Bundeswehr-Vorgesetzten von den Misshandlungen, haben aber nichts dagegen unternommen. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat angekündigt, die Fälle ausführlich zu untersuchen und gegebenenfalls Disziplinarverfahren einzuleiten.
DEU / Militär / Gesellschaft / Gewalt
23.02.2010 · 13:10 Uhr
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