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Ministerpräsident Kretschmann fordert von Kirche mehr Offenheit

Stuttgart (dts) - Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert mehr Mut zu Kontroversen in der katholischen Kirche. Sie brauche eine "offene Diskurskultur", erklärte der bekennende Katholik in der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" aus Anlass des Papstbesuches in Deutschland. "Dass hier Defizite in der Kirchenleitung bestehen, erscheint mir offenkundig", so Kretschmann.

Der Papst wird bei der letzten Station seines Deutschland-Besuches in Freiburg mit Kretschmann zusammen treffen. Die Gastgeberin des Papstes in Thüringen, die CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, erklärte in "Christ & Welt", Benedikt XVI. gebe Orientierung, "auch wenn ich nicht jede Meinung teile". Sie sei auf den deutschen Papst "stolz, auch wenn ich im tiefsten Inneren Protestantin bin und bleibe". Lieberknecht, die protestantische Pastorin ist, sagte weiter: "Unsere Gesellschaft braucht klare Meinungen, an denen man sich reiben kann." Ministerpräsident Kretschmann äußerte sich besorgt über die Zukunft der Kirchen: "Ebenso macht uns der Mitgliederschwund der großen Kirchen Sorgen:" Er hoffe, dass der Papstbesuch den neu eröffneten Dialogprozess der katholischen Kirche belebe. Der Katholik Kretschmann ist seit Mai Ministerpräsident in Baden-Württemberg und damit erster grüner Regierungschef eines Bundeslandes. Die katholische Kirche war nach dem Missbrauchsskandal 2009 in eine schwere Krise geraten. 2010 verließen nach Angaben der Bischofskonferenz in Deutschland rund 180.000 Gläubige ihre Kirche. In der evangelischen Kirche traten inoffiziellen Schätzungen zufolge rund 150.000 Mitglieder aus.
DEU / Parteien / Religion
21.09.2011 · 13:44 Uhr
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