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Ministerium: Keine Gefahr durch Sauerstoff-Fleisch

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Berlin (dpa) - Die Sauerstoffbehandlung macht frisches, verpacktes Fleisch rosiger. Das Risiko: Es kann zäh und ranzig werden. Das Verbraucherministerium sieht aber keine generelle Gesundheitsgefahr durch das Gasgemisch.

Das kosmetische Aufpeppen von frischem Fleisch mit Sauerstoff ist nach Ansicht des Ministeriums nicht automatisch gefährlich. «Es besteht keine Gesundheitsgefahr, wenn das frisch verpackte Fleisch mit einem bestimmten Gasgemisch angereichert wird. Das Verfahren ist zulässig», teilte eine Ministeriumssprecherin am Montag der Nachrichtenagentur dpa mit. Wenn sich die Beschaffenheit des Fleisches wegen längerer Lagerung aber ändere, müsse dies gekennzeichnet werden.

Die Verbraucherschützer von Foodwatch werfen den Ketten Aldi Nord, Lidl, Marktkauf und Rewe vor, Frischfleisch in Kühltheken zulasten der Qualität mit einem Gasgemisch aufzupeppen - denn es kann zäh und ranzig werden.

Die Verbraucherschützer von Foodwatch hatten 154 Packungen frischen Rind- und Schweinefleischs der Handelsketten Aldi (Nord), Lidl, Marktkauf (Edeka-Gruppe) und Rewe testen lassen. Bei 120 Tests des Sauerstoffgehalts habe sich gezeigt, dass alle vier Ketten das Fleisch für Selbstbedienungstheken mit einem hohen Sauerstoffanteil versahen. 34 Mal sei ein Indikator für verdorbenes Fett ermittelt worden.

Die Lebensmittelexperten des bundeseigenen Max-Rubner-Instituts (MRI) warnen vor einem Risiko. MRI-Präsident Gerhard Rechkemmer schrieb Foodwatch am 24. Februar, dies mache sich bemerkbar «über fehlende Frische bis hin zu deutlich erkennbaren Fettveränderungen wie Ranzigkeit», vor allem bei Hackfleisch. Es könne auch ein gewisses mikrobiologisches Risiko durch frühe Bräunung bei der Zubereitung geben. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Peter Nitsch vom MRI warnte 2009 in der Zeitschrift «Fleischwirtschaft», der Gehalt an gesundheitsschädlichen Cholesteroloxiden könne zunehmen. Dies seien anerkannt giftige Substanzen.

Das Verbraucherministerium kündigte für den Herbst einen Runden Tisch mit Bund, Ländern und Experten an. Dabei sollten die Vor- und Nachteile abgewogen werden. Auch über die Gefahr der Irreführung von Verbrauchern werde dann gesprochen.

Foodwatch warf dem Verbraucherministerium eine Täuschung der Öffentlichkeit vor und forderte ein Verbot der Anreicherung mit Sauerstoff. «Ministerin Ilse Aigner (CSU) muss die Sauerstoffbehandlung von Frischfleisch per Verordnung verbieten.» Den Handelsketten warf Foodwatch vor, Frische vorzugaukeln und den Kunden minderwertiges Fleisch unterzujubeln. «Innen wird es dadurch (...) schneller zäh und ranzig.»

Foodwatch-Testergebnisse

Lebensmittel / Verbraucher
02.08.2010 · 15:01 Uhr
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