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Minister: Noch keine Spur von Mumbai-Attentätern

Verwüstung auf dem Zaveri Bazar in Mumbai.Großansicht

Neu Delhi (dpa) - Nach der verheerenden Bombenserie in der indischen Finanzmetropole Mumbai haben Regierung und Polizei noch keine Spur von den Attentätern oder deren Hintermännern.

«Alle (terroristischen) Gruppen, die fähig sind, einen solchen Anschlag zu verüben, stehen unter Verdacht», sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram am Donnerstag. Man ermittle in sämtliche Richtungen. In den indischen Medien wurde über eine Verwicklung radikaler Islamisten aus dem Nachbarland diskutiert. Indiens Präsident Manmohan Singh sagte am Donnerstag in Mumbai, seine Regierung werde alles in ihrer Macht stehende tun, um weitere Anschläge zu verhindern und die Täter so schnell wie möglich zu fassen.

Die Behörden korrigierten am Donnerstag die Zahl der Todesopfer nach unten. Wie Chidambaram mitteilte, starben nach jüngsten Erkenntnissen mindestens 17 Menschen, als am Mittwoch in drei Wohn- und Geschäftsvierteln Sprengsätze explodierten. An einem der Tatorte hätten Rettungskräfte zudem einen abgetrennten Kopf gefunden, der noch nicht identifiziert worden sei, so der Minister. Daher habe man diese Person bei der Zählung der Todesopfer bislang nicht berücksichtigt.

Den Angaben zufolge wurden 131 weitere Menschen verletzt, 23 davon schwer. Zunächst hatte die Regierung von 21 Toten und 141 Verletzten gesprochen. Premierminister Manmohan Singh kam am Abend in Mumbai mit Verletzten und Angehörigen der Opfer zusammen.

Es war der blutigste Anschlag in Indien seit November 2008, als Attentäter bei einer dreitägigen Terrorserie zahlreiche Gebäude in Mumbai besetzten und Geiseln nahmen. Mehr als 170 Menschen waren damals ums Leben gekommen. Für die Tat von 2008 macht Indien eine aus Pakistan operierende radikal-islamische Extremistengruppe verantwortlich.

Indische Medien hatten auch nach dem Attentat vom Mittwochabend über eine Verwicklung radikaler Islamisten aus dem Nachbarland spekuliert. Innenminister Chidambaram verwies in diesem Zusammenhang auf die laufenden Ermittlungen. «Wir leben in der gefährlichsten Region der Erde», sagte er. «Pakistan und Afghanistan sind das Epizentrum des Terrorismus. Daher ist auch Indien gefährdet.» Die Sicherheitskräfte im Land wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Weltweit sorgte der Anschlag für Bestürzung. «Dieser Akt des Terrors ist abscheulich und menschenverachtend», schrieb Bundespräsident Christian Wulff nach Angaben des Bundespräsidialamts an die indische Präsidentin Pratibha Patil. Die Staatengemeinschaft müsse gegen den internationalen Terror zusammenstehen.

«Terrorismus in all seinen Formen ist eine der größten Bedrohungen der internationalen Sicherheit und des Friedens», sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig am Mittwoch in New York. Deutschland hat derzeit den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte alle terroristischen Angriffe «mit den schärfsten Worten».

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte Opfern und Hinterbliebenen ihre Anteilnahme aus. Indien könne sich im Kampf gegen den Terror der Solidarität Deutschlands sicher sein, hieß es in einer Erklärung.

Terrorismus / Indien
14.07.2011 · 18:32 Uhr
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