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Mindestens 45 Tote bei Anschlag in Peshawar

Bei einem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Stadt Peshawar kamen zahlreiche Menschen ums Leben.Großansicht
Islamabad (dpa) - Bei einem schweren Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt in der pakistanischen Stadt Peshawar sind am Freitag mindestens 45 Menschen getötet worden. 142 Menschen seien bei der Explosion der Autobombe in der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz verletzt worden.

Das sagte der Chef des Lady-Reading-Hospitals, Abdul Hameed Afridi. 20 davon schwebten in Lebensgefahr. Der leitende Arzt des staatlichen Krankenhauses, Alamgir Shinwari, sagte, viele Menschen seien zerfetzt worden, was den Behörden das Zählen der Opfer erschwere. Bei Gefechten und einem weiteren Anschlag in Pakistan starben mindestens 18 Aufständische und ein Soldat.

Die Polizei in Peshawar teilte mit, der Attentäter habe sich in einem Auto mit Artilleriegranaten und rund 50 Kilogramm hochexplosivem Sprengstoff in die Luft gesprengt. Der Sprengstoff sei in die Türverkleidungen eingebaut worden, um maximalen Schaden im Umkreis des Wagens anzurichten. Da die Druckwelle nicht nach unten gelenkt worden sei, habe die Explosion keinen Krater verursacht. Auf Fernsehbildern waren mehrere zerstörte Fahrzeuge und ein Bus zu sehen, den die gewaltige Druckwelle auf die Seite geworfen hatte. Mehrere Läden auf dem Khyber-Markt wurden beschädigt. Zum Zeitpunkt des Anschlags fand in dem wenige hundert Meter entfernten Provinzrats-Gebäude eine Ratssitzung statt.

«Ich sah nackte Leichen und Verletzte», sagte ein Ladenbesitzer namens Mohammad Kamran. «Einige Leichen von Frauen und Kindern steckten in den beschädigten Autos fest. Ich sah einen Mann, der seine beiden Beine verloren hatte und trotzdem versuchte, aus einem Bus zu kriechen.» Der Ladenbesitzer fügte hinzu: «Das war alles so furchtbar, dass ich zu weinen begann. Wer sind diese brutalen Menschen, die solche grausamen Taten begehen? Es ist unglaublich.» Zunächst übernahm niemand die Verantwortung für die Tat. Die pakistanischen Taliban haben aber Rache für den Tod ihres Anführers Baitullah Mehsud geschworen, der im August bei einem US-Raketenangriff in Süd-Waziristan getötet worden war.

Der pakistanische Innenminister Rehman Malik unterstrich am Freitag die Notwendigkeit, gegen die Aufständischen in Süd-Waziristan vorzugehen. Bei den terroristischen Aktivitäten im Land «führen alle Wege nach Süd-Waziristan». US-Drohnen und die pakistanische Luftwaffe fliegen in dem Grenzgebiet zu Afghanistan zwar immer wieder Luftangriffe, eine von der Regierung angekündigte Offensive gegen die Taliban in der Region ist bislang aber ausgeblieben. Der Informationsminister der Nordwest-Grenzprovinz, deren Hauptstadt Peshawar ist, sagte am Freitag: «Wir werden nicht vor dem Schlachtfeld davonlaufen, wir werden die Terroristen jagen.»

Am vergangenen Montag hatte sich ein Selbstmordattentäter im Büro des UN-Welternährungsprogramms WFP in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad in die Luft gesprengt. Fünf WFP-Mitarbeiter waren getötet worden. Die Vereinten Nationen schlossen ihre Büros im Land daraufhin vorübergehend. In der vorvergangenen Woche waren bei einem Anschlag in Peshawar elf Menschen getötet und 80 weitere verletzt worden.

Aus Geheimdienstkreisen hieß es, Kampfhubschrauber hätten am Freitag in Dara Adam Khel - rund eine Fahrstunde von Peshawar entfernt - Stellungen der Taliban angegriffen und mindestens zehn Aufständische getötet. Die Armee teilte am Freitag mit, in Nord- Waziristan hätten Sicherheitskräfte zwei aus Usbekistan stammende Aufständische getötet. Bei einem Bombenanschlag sei ein Soldat ums Leben gekommen. Im nordpakistanischen Swat-Tal seien sechs Taliban-Kämpfer getötet worden.

Terrorismus / Pakistan
09.10.2009 · 15:47 Uhr
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