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Millionen trauern um Mandela

Langer Abschied von Nelson Mandela: Millionen Südafrikaner gedenken des Nationalhelden. Foto: Kim Ludbrook

Kapstadt (dpa) - Langer Abschied von Nelson Mandela: Millionen Südafrikaner gedenken in Gotteshäusern des Nationalhelden. Die Liste der Staatsgäste für die Trauerfeiern am Kap ist schon jetzt lang. Deutschland wird durch Bundespräsident Gauck vertreten, Kanzlerin Merkel kommt nicht.

Nationaler Tag der Trauer in Südafrika: Drei Tage nach dem Tod des südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela haben Millionen Südafrikaner in Gotteshäusern des großen Freiheitshelden und nationalen Versöhners gedacht. Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte seine Landsleute aufgerufen, ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit den Sonntag als nationalen Tag der Trauer und des Andenkens an «den größten Sohn der Nation» zu begehen.

Mandelas Tod sei «ein beispielloser Verlust für unser Land», sagte Zuma am Sonntagmorgen bei einem Gottesdienst der Methodisten-Kirche von Bryanston, einem überwiegend weiß geprägten Vorort von Johannesburg. Der Präsident wurde von Mandelas Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela and Mandelas Enkel Mandla Mandela begleitet. Auch am Sonntag wie schon an den Vortagen wurden vor dem Haus Mandelas in Johannesburg Blumen, Luftballons und Briefe abgelegt.

Nicht nur in christlichen Kirchen, auch in Moscheen und Synagogen wurde der erste schwarze Präsident Südafrikas gewürdigt, der das Land nach dem rassistischen Apartheidsystem von 1994 an in die Demokratie und zur Versöhnung der zerrissenen Gesellschaft führte. Mandela, der wegen seines Kampfes gegen die Apartheid 27 Jahre im Gefängnis verbracht hatte, war nach langer, schwerer Krankheit am Donnerstagabend im Alter von 95 Jahren gestorben.

Zu den Trauerfeierlichkeiten wird Prominenz aus aller Welt in Südafrika erwartet. Insgesamt hatten bis zum Sonntagnachmittag nach Angaben des südafrikanischen Außenministeriums 59 amtierende und frühere Staats- und Regierungschefs und zahlreiche weitere führende Politiker ihre Teilnahme zugesagt. Kommen wollen unter anderem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Präsident Barack Obama mit Ehefrau Michelle sowie die ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton und George W. Bush und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff.

Deutschland wird durch Bundespräsident Joachim Gauck vertreten, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nach Angaben einer Sprecherin der Bundesregierung nicht nach Südafrika kommen. Für die Europäische Union kommen Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsidenten Herman Van Rompuy. Spanien und Italien haben wegen der Gedenkfeier für Mandela ein bilaterales Gipfeltreffen abgesagt. Die Regierungschefs Mariano Rajoy und Enrico Letta wollen nach Angaben aus Regierungskreisen in Madrid und Rom am Dienstag zur zentralen Trauerfeier nach Johannesburg fliegen. Neben dem französischen Präsidenten François Hollande will auch der britische Premierminister David Cameron an dem Staatsakt teilnehmen.

Für Großbritannien wird zudem Prinz Charles in Vertretung von Königin Elizabeth II am kommenden Sonntag zur Beerdigung nach Südafrika reisen. Die Queen (87), die ihr Programm an langen Flugreisen reduziert hat, verzichtet britischen Zeitungen zufolge schweren Herzens auf die Teilnahme an Mandelas Begräbnis.

Die Gedenkfeier findet am Dienstag zwischen 11.00 und 15.00 Uhr Ortszeit (10.00 bis 14.00 Uhr MEZ) im FNB-Stadion in Johannesburg statt, in dem mehr als 90 000 Menschen Platz finden. An 90 Plätzen im ganzen Land soll nach Angaben der Regierung der Staatsakt auf Großleinwänden übertragen werden. Von Mittwochmorgen an soll dann Mandelas Leichnam drei Tage lang im Amphitheater vor dem Regierungskomplex «Union Building» in der Hauptstadt Pretoria öffentlich aufgebahrt werden. Am 16. Dezember, in Südafrika als «Versöhnungstag» ein Feiertag, wird vor dem Union Building in Pretoria ein Mandela-Denkmal enthüllt werden.

Beigesetzt werden soll der Friedensnobelpreisträger dann am kommenden Sonntag in Qunu am Ostkap, wo er aufgewachsen war. Hier werden etwa 9000 Trauergäste erwartet. Die Staatsgäste können nach Angaben der südafrikanischen Regierung selbst entscheiden, an welchen der Trauerfeierlichkeiten sie teilnehmen möchten.

Politik / Mandela / Südafrika
08.12.2013 · 17:38 Uhr
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