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Militärkadetten in Pakistan befreit

Ein pakistanischer Soldat an einer Straßensperre.Großansicht
Islamabad (dpa) - Sicherheitskräfte haben im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan nach Armeeangaben Dutzende Militärkadetten und mehrere Ausbilder aus der Gewalt von Extremisten befreit.

«71 Kadetten und neun Mitarbeiter der Razmak-Kadettenschule sind gerettet worden», sagte ein Armeesprecher am Dienstag. Einen Tag nach dem Überfall auf den Konvoi mit Kadetten befanden sich aber weiterhin mehrere verschleppte Mitschüler in der Hand von Aufständischen. Der Direktor der Kadettenschule, Javed Iqbal Paracha, sagte, das Schicksal von bis zu 15 Schülern sei weiterhin unklar.

Die Armee erklärte, bei der Operation sei es zu schweren Gefechten gekommen. Die Entführer seien entkommen. Unklar blieb, ob es bei den Kämpfen Verletzte oder Tote gab. Ein Geheimdienstmitarbeiter in der Region, der nicht namentlich genannt werden wollte, widersprach der Darstellung der Armee. Er sagte, die Freilassung der Kadetten und ihrer Ausbilder sei bei einer stundenlangen Ratsversammlung von Stammesältesten und Taliban-Kämpfern ausgehandelt worden.

Brigadegeneral Zahidullah, der laut Armee den Einsatz zur Befreiung der Geiseln leitete, sagte, die Aufständischen hätten am Montag acht Minibusse mit Kadetten in ihre Gewalt gebracht. Sechs der Fahrzeuge, mit denen die Schüler auf dem Weg in die Sommerferien waren, seien von den Soldaten gefunden worden. In den zwei weiterhin fehlenden Minibussen könnten bis zu 20 Kadetten gesessen haben.

Zahidullah sagte, mit der Entführung der Studenten hätten die Aufständischen vom Erfolg der Militäroffensive im nordpakistanischen Swat-Tal ablenken wollen. «Sie wollten die Kinder als menschliche Schutzschilde missbrauchen. Sie wollten die Regierung bei der Swat- Operation erpressen.» Der Plan sei vereitelt worden. Nach Armeeangaben vom Dienstag wurden bei den jüngsten Gefechten in Swat 21 Aufständische und drei Soldaten getötet.

Die Studenten waren am Montag verschleppt worden, als sie gemeinsam mit ihren Lehrern in dem Konvoi unterwegs waren. Der stellvertretende Leiter der Kadettenschule in Nord-Waziristan, Javed Alam, hatte die Zahl der Entführten mit 15 Studenten und sechs Lehrern angegeben. Ein Regierungssprecher hatte dagegen von mehreren hundert Geiseln gesprochen. Nach Alams Angaben hatten insgesamt rund 400 Studenten in etwa 40 Fahrzeugen die Schule für die Sommerferien verlassen. Nach 25 Kilometern Fahrt war der Konvoi von Aufständischen überfallen worden. Ein Teil der Fahrzeuge konnte entkommen.

Die Stammesgebiete an der afghanischen Grenze dienen den Taliban und Kämpfern des Terrornetzes El Kaida als Rückzugsraum. Gefechte in der Region haben zugenommen. In den vergangenen Tagen kamen nach Armeeangaben mindestens 25 Aufständische und elf Soldaten bei Zusammenstößen ums Leben.

Konflikte / Pakistan
02.06.2009 · 14:48 Uhr
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