News
 

Merkel unterstützt Lösung für Karabach-Konflikt

Angela Merkel und der armenische Präsident Sersch Sargsjan posieren im Kanzleramt.Großansicht
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Suche nach einer Lösung im blutigen Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Kaukasusregion Berg-Karabach unterstützen.

«Wo wir hilfreich sein können, wollen wir hilfreich sein», sagte die Kanzlerin am Dienstag nach einem Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sersch Sargsjan in Berlin. Sie erhofft sich davon auch bessere Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei.

«Wir haben es sehr begrüßt, dass vor einiger Zeit Bewegung in die Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei gekommen ist», sagte Merkel. «Leider hat das Ganze an Schwung jetzt wieder etwas verloren.» Diese Problemen könnten aufgelöst werden, «wenn die Frage von Berg-Karabach gelöst werden würde».

Der armenische Präsident zeigte sich sehr skeptisch. Der Prozess könne nur weiterentwickelt werden, wenn der Wille vorhanden sei. «Diesen Willen haben wir von der türkischen Seite nicht gesehen», sagte Sargsjan. «Die heutige Politik der Türkei trägt nicht dazu bei, dass unsere Beziehungen aufgenommen werden.» Die Spannungen haben ihren Ursprung in Gräueltaten, die von Türken 1915/16 an den christlichen Armeniern verübt wurden. Sie werden von der armenischen Regierung als Völkermord gewertet.

Die Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber seit einem Krieg mit etwa 30 000 Toten Mitte der 1990er Jahre von Armenien kontrolliert. Erst am vergangenen Wochenende waren bei schweren Gefechten insgesamt fünf Soldaten getötet worden.

Merkel sprach sich für ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Armenien aus, um den wirtschaftlichen Beziehungen einen Schub zu geben. Das Volumen des armenisch-deutschen Außenhandels erreichte im ersten Halbjahr 2009 nur ein Volumen von rund 123 Millionen Euro. Die Kanzlerin nahm eine Einladung von Sargsjan für einen Besuch in Armenien an und strebt hierfür nächstes Jahr an.

International / Deutschland / Armenien
22.06.2010 · 13:41 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

Weitere Themen