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Merkel gibt Schäuble Zeit - Rückkehr Montag?

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Anfang Mai bei einer Sitzung des Bundesrats.Großansicht
Berlin (dpa) - Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will nach seinem erneuten Krankenhausaufenthalt an diesem Montag an den Schreibtisch zurückkehren - ob es dabei bleibt, ist aber offen. Ministeriumssprecher Michael Offer sagte, Schäuble habe die Absicht, möglichst früh zurückzukehren und die Termine in der nächsten Woche wieder wahrzunehmen. Sollte es aber länger dauern, bekomme er die nötige Zeit. Vize-Regierungssprecherin Sabine Heimbach betonte: «Die Bundeskanzlerin gibt dem Minister die Zeit, die er braucht, um gesund zu werden.»

Offer hatte der «Bild»-Zeitung zuvor gesagt, das Ziel von Schäuble sei, seine Dienstgeschäfte am kommenden Montag in vollem Umfang wieder aufzunehmen. Am Montag treffen sich die EU-Finanzminister in Brüssel, um über die Euro-Krise zu sprechen. Am Mittwoch steht im Bundestag die erste Beratung über den deutschen Anteil für das Euro-Rettungspaket von insgesamt 750 Milliarden Euro an. Für Mittwoch und Donnerstag hat Schäuble zu einer internationalen Finanzmarktkonferenz nach Berlin geladen.

Der 67 Jahre alte querschnittsgelähmte Schäuble musste am vergangenen Sonntag in eine Brüsseler Klinik eingeliefert werden, nachdem er ein Arzneimittel nicht vertragen haben soll. Seit seiner Entlassung vom Montag ist er in einer Klinik in Deutschland.

Der scheidende Linke-Parteivorsitzende und Ex-Finanzminister Oskar Lafontaine nahm Schäuble gegen Spekulationen über einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen in Schutz. «Mich empört es, wie derzeit versucht wird, ihn wegen seiner Erkrankung infrage zu stellen», sagte Lafontaine der Tageszeitung «Die Welt» (Freitag). «Er wird selbst erkennen, wenn seine Gesundheit die Weiterführung des Amtes nicht mehr zulässt.»

Der Linke-Chef hatte im Januar wegen einer Krebserkrankung erklärt, dass er beim Linke-Parteitag am kommenden Wochenende nicht mehr für das Amt kandidieren wird. Wie Schäuble war Lafontaine auch Opfer eines Attentats gewesen.

Bundesregierung / Personalien / Finanzen
14.05.2010 · 18:15 Uhr
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