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Menschenrechtler: August blutigster Monat in Syrien

Anschlag in DamaskusGroßansicht

Damaskus/Beirut (dpa) - Die grausame Kriegsführung des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad treibt die Opferzahlen in ungekannte Höhe. Mit 5000 getöteten Menschen war der August nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte der bisher blutigste Monat im Syrien-Konflikt.

Der neue UN-Vermittler für Syrien, Lakhdar Brahimi, sieht kein rasches Ende des Blutvergießens. Seine Mission nannte der algerische Diplomat nahezu unmöglich. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will sich bei Assad erneut dafür einsetzen, dass Helfer besseren Zugang zu Tausenden notleidenden Menschen erhalten.

Seit Beginn der Proteste gegen das Regime von Baschar al-Assad im März 2011 sollen nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle rund 26 000 Menschen getötet worden sein. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen. Die Mitarbeiter der in London ansässigen Beobachtungsstelle sammeln ihre Informationen mit Hilfe ihrer Kontakte zu einem dicht gespannten Netz von Aktivisten in ganz Syrien.

UN-Sondervermittler Brahimi dämpfte in einem Interview mit dem britischen Nachrichtensender BBC am Montag die ohnehin geringen Erwartungen an seine Mission: «Ich weiß wie schwierig, wie nahezu unmöglich sie ist.» Brahimi hatte am Samstag die Nachfolge von Kofi Annan als Syrien-Vermittler der UN und der Arabischen Liga angetreten. Syrien sei bereit, mit ihm zu kooperieren, sagte der syrische Außenamtssprecher Dschihad Makdissi am Montag in Damaskus. «Wir werden ihm zuhören, und er wird uns zuhören», erklärte er.

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer, forderte die syrischen Regierung auf, Helfern besseren Zugang zu Tausenden notleidenden Menschen zu ermöglichen. «Mehr und mehr Zivilisten sind extremer Gewalt ausgesetzt», erklärte Maurer am Montag in Genf vor seiner Abreise zu dreitägigen Gesprächen in Syrien. Dem neuen IKRK-Präsidenten, der seit dem 1. Juli im Amt ist, wurden von Damaskus Gespräche mit Machthaber Assad sowie mehreren Ministern zugesagt.

Die Gewalt zwischen Regierungstruppen und Aufständischen ging am Montag weiter. In der nördlichen Provinz Aleppo starben mindestens 18 Menschen. Bei einem Luftangriff in Aleppo wurden auch zwei Kinder getötet, wie die Menschenrechtsbeobachter in London mitteilten.

In Damaskus explodierte am Montag in einem Wohnviertel eine Autobombe. Bei dem Anschlag im Stadtteil Dscharamana wurden fünf Menschen getötet und 27 weitere verletzt, berichteten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter.

Die libanesische Regierung beschwerte sich beim Nachbarland Syrien wegen fortlaufender Grenzverletzungen. Die syrische Armee würde bei der Verfolgung von Flüchtlingen und Rebellen immer wieder mit Granaten auf libanesisches Territorium schießen oder sogar mit Truppen in den Libanon eindringen, sagte der libanesische Ministerpräsident Nadschib Mikati.

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Brahimi bei BBC
Konflikte / Syrien
03.09.2012 · 17:15 Uhr
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