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Mehrheit für AWACS-Einsatz zeichnet sich ab

AWACS-AufklärungsflugzeugGroßansicht
Berlin (dpa) - Deutschland wird sich am geplanten Einsatz von AWACS-Aufklärungsflugzeugen der NATO in Afghanistan beteiligen. Nach der Zustimmung des Kabinetts zeichnete sich auch bei der ersten Beratung im Bundestag eine große Mehrheit für diesen Einsatz ab.

Zu dem Einsatz können 300 deutsche Soldaten entsandt werden. Mehr als ein Drittel der Besatzungen dieser in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) stationierten vierstrahligen Flugzeuge sind Deutsche.

Die NATO-Verteidigungsminister hatten in der vergangenen Woche in Brüssel beschlossen, drei bis vier der Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan zu schicken. Sie sollen bei der Regelung des immer dichter werdenden Luftverkehrs helfen, jedoch nicht bei der Erfassung militärischer Ziele mitwirken. Unklar ist bisher, wann die NATO die Flugzeuge - voraussichtlich im türkischen Konya - stationiert. Die Abkürzung AWACS steht für «Airborne Warning And Control System» (Luftgestütztes Warn- und Kontrollsystem).

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte im Bundestag, Deutschland habe mit Blick auf die Sicherheit der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ein großes Interesse am Einsatz von AWACS. Er betonte, dass diese fliegenden Radarsysteme keine Feuerleitfunktion für den Truppeneinsatz am Boden haben werde. Ähnlich äußerte sich auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD).

Der Bundestag wird nach den bisherigen Planungen in der letzten Sitzung vor der Sommerpause Anfang Juli endgültig über das Mandat entscheiden. Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte das Parlament die Obergrenze der deutschen Beteiligung an der Internationalen Schutztruppe ISAF um 1000 auf 4500 Mann angehoben.

Ferner soll die Bundeswehr nach einem weiteren Kabinettsbeschluss für ein weiteres Jahr die beiden internationalen Friedensmissionen in dem afrikanischen Staat Sudan unterstützen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte am Mittwoch nach der Kabinettsentscheidung in Berlin, die Mission UNMIS für Sudan spiele eine maßgebliche Rolle beim Wiederaufbau des Landes, an der bis zu 75 Soldaten eingesetzt werden können. Neben UNMIS beteiligt sich die Bundeswehr auch an der internationalen Friedenstruppe UNAMID in der westsudanesischen Krisenregion Darfur.

Kabinett / Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
17.06.2009 · 18:07 Uhr
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