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Mehrheit der Deutschen für einheitliche Rauchverbote

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Berlin (dpa) - Die Mehrheit der Deutschen will nach einer Umfrage bundesweit einheitliche Regeln für Rauchverbote.

65 Prozent halten das für besser als die derzeit unterschiedlichen Gesetze in den Bundesländern. Nur 29 Prozent sind gegen eine einheitliche Regelung, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa ergab. An ihr nahmen 1013 Personen ab 16 Jahren teil.

Der Weltnichtrauchertag am 31. Mai will auch auf die Verantwortung der Staaten für die Gesundheit ihrer Bürger aufmerksam machen. In Berlin kündigte die SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann eine neue Initiative für einheitliche Rauchverbote in Deutschlands Gaststätten an. «Wir werden nochmal einen Anlauf machen», sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag der Nachrichtenagentur dpa. Wann es zu dem Neuanlauf kommt, sagte Reimann nicht.

Ein Drittel der Befragten (34 Prozent) hält die Rauchverbote in Deutschland für unzureichend. Insgesamt 28 Prozent beklagten, dass die Verbote eher nicht oder meistens nicht eingehalten werden. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während zum Beispiel 56 Prozent der Bayern angaben, dass die Rauchverbote im Großen und Ganzen eingehalten werden, waren es in der Party-Metropole Berlin gerade einmal 26 Prozent.

In Bayern und im Saarland gelten generelle Rauchverbote in Gaststätten, in anderen Bundesländern gibt es dagegen zahlreiche Ausnahmeregelungen. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (Heidelberg) ist der Schutz von Nichtrauchern in Deutschland nur schwer umzusetzen und zu kontrollieren. Gründe seien die unterschiedlichen Landesgesetze und die Vielzahl der Ausnahmeregelungen in Restaurants, Kneipen, Bars und Spielhallen, kritisierten die Experten.

Eine Expertenanhörung im Bundestag kam nach einer Mitteilung der Linken-Fraktion zu dem Schluss, dass der Bundestag ein bundesweit einheitliches Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen erlassen darf. Auch nach der Föderalismusreform verfüge der Bund über Möglichkeiten, die noch nicht ausgeschöpft seien. Er könne sich dabei beispielsweise auf seine Zuständigkeit für Arbeitsschutz und die Abwehr gemeingefährlicher Krankheiten berufen, argumentierte der interfraktionelle Parlamentarierkreis Nichtraucherschutz.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden allein in diesem Jahr weltweit 600 000 Menschen - darunter mehr als ein Viertel Kinder - an den Folgen des Passivrauchens sterben.

Beim Thema Zigarettenpreise scheiden sich die Geister. 51 Prozent lehnen es ab, dass die Glimmstängel zum Schutz der Gesundheit noch teurer werden. Im Durchschnitt sind 44 Prozent der Befragten dafür. Bei den 16- bis 24-Jährigen sind es sogar 50 Prozent.

Werden die Kinder inzwischen ausreichend über die Gefahren durch Nikotin und andere Schadstoffe aufgeklärt? Nein, meinen 61 Prozent der Befragten. Bei den 16- bis 24-Jährigen sind sogar 70 Prozent der Ansicht, dass es Nachholbedarf gibt.

Gesundheit / Rauchen / Umfrage
26.05.2011 · 17:15 Uhr
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