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Mehr Tote und Verletzte auf deutschen Straßen

Feuerwehrleute sind bei einer Massenkarambolage auf der A19 bei Rostock im Einsatz (Archivbild): In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Verkehrstoten deutlich gestiegen.Großansicht

Wiesbaden (dpa) - Auf Deutschlands Straßen hat es im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich mehr Tote und Verletzte gegeben. Gleichzeitig wurden aber weniger Unfälle als im Vorjahreszeitraum gezählt. Insgesamt starben 1809 Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag berichtete.

Dabei war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, im Osten höher als im Westen. Eigentlich sinkt die Zahl der Verkehrstoten seit 1992 - bis auf wenige Ausschläge nach oben. Als Grund für den aktuellen Anstieg nannten die Statistiker das Wetter.

1809 Verkehrstote - das sind 141 Menschen oder 8,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Fast genauso hoch war der Anstieg bei den verletzten Fußgängern, Auto- und Zweiradfahrern - mit 8,1 Prozent auf etwa 182 800.

Trotz der vielen Toten im laufenden Jahr sehen die Experten noch kein Ende des Langfristtrends nach unten, der etwa durch sicherere Autos und verbesserte Rettungsmedizin bestimmt wird. «Prinzipiell geht es runter», erläuterte Statistikerin Ingeborg Vorndran.

Doch die Witterung lässt die Zahlen schwanken, erläuterte sie. So führte der extrem harte Winter Anfang 2010 dazu, dass es damals weniger schwere Unfälle gab. Die Zahl der Verkehrstoten fiel im Gesamtjahr auf einen historischen Tiefstand. Das warme Frühjahr 2011 hat dann wiederum für den jetzt verzeichneten Anstieg gesorgt. Denn: «Bei schlechter Witterung fahren weniger Menschen Auto und es sind auch weniger Zweiradfahrer und Fußgänger unterwegs», sagte Ingeborg Vorndran. «Im Sommer gibt es normalerweise mehr Tote.»

Im Halbjahresvergleich jedenfalls waren in den ersten sechs Monaten 2009 - also vor dem Rekordtief - noch mehr Menschen auf den Straßen umgekommen als 2011.

Die Polizei nahm in den ersten sechs Monaten rund 1,12 Millionen Unfälle auf - 2,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Darunter waren erheblich mehr schwere Unfälle mit Verletzten oder Getöteten als im Vorjahr (plus 8,8 Prozent).

Auffällig ist auch: 52 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren starben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres - das waren 20 junge Leute oder 63 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2010. Außerdem kamen 268 Motorradfahrer ums Leben - plus 32 Prozent. Für Juni haben die Fachleute dazu noch keine detaillierten Ergebnisse.

Besonders stark war der Anstieg der Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2011 in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. In den beiden Ländern kamen jeweils 29 Prozent mehr Menschen ums Leben als im Vergleichszeitraum 2010. Insgesamt starben in elf Bundesländern mehr Menschen im Straßenverkehr. Weniger waren es dagegen in den fünf Ländern Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Bezogen auf eine Million Einwohner verloren im ersten Halbjahr 2011 durchschnittlich 22 Verkehrsteilnehmer ihr Leben bei einem Unfall, zwei mehr als in den ersten sechs Monaten 2010. Das größte Risiko bestand in Mecklenburg-Vorpommern mit 43 Getöteten je eine Million Einwohner, gefolgt von Brandenburg mit 36 und Sachsen-Anhalt mit 35. Deutlich unter dem Bundesdurchschnitt lag dagegen das Risiko in den drei Stadtstaaten; aber auch in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit je 16 Toten pro eine Million Einwohner.

Im Monat Juni gab es auf deutschen Straßen weniger Tote, Verletzte und Unfälle als im Vorjahresmonat. Besonders stark war der Anstieg im Monat Mai mit 20 Prozent mehr Toten gegenüber dem Vorjahresmonat.

Unfälle / Verkehr
22.08.2011 · 16:00 Uhr
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