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Mehr als 1500 Bootsflüchtlinge auf Lampedusa

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab: Seit Beginn der nordafrikanischen Revolutionen flohen zehntausende Menschen über die gefährliche Mittelmeerroute nach Italien. (Archivbild)Großansicht

Lampedusa (dpa) - Eine neue Flüchtlingswelle schwappt nach Süditalien. Mehr als 1500 Immigranten kamen am Samstag wieder auf der winzigen Mittelmeer-Felseninsel Lampedusa an. Wie italienische Medien berichteten, stammen die meisten von ihnen aus Tunesien.

Rund 300 der Immigranten kämen hingegen aus Libyen, hieß es. Ihr Kahn mit zahlreichen Frauen und Kindern an Bord war schon in der Nacht von der Küstenwache in den Hafen geleitet worden. Insgesamt hätten 135 Frauen und 22 teils kleine Kinder Lampedusa erreicht.

Ein Anfang April geschlossenes Abschiebeabkommen zwischen Rom und Tunis hatte den Strom der Tunesier eine Zeit lang aufgehalten. Vorher - nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali im Januar - hatten über 23 000 tunesische Migranten von Tunesien über die gefährliche Mittelmeerroute Lampedusa erreicht. In den vergangenen Wochen hingegen flohen zunehmend Menschen vor dem blutigen Bürgerkrieg aus Libyen nach Süditalien.

Nach jüngsten Angaben des italienischen Innenministeriums trafen seit Beginn der Unruhen in Nordafrika im Januar insgesamt über 42 800 Immigranten an den italienischen Küsten an, davon über 33 000 allein auf Lampedusa. Nur 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt gelegen, ist die nur 20 Quadratkilometer große Insel seit langem für viele Verzweifelte ein «Tor nach Europa».

Konflikte / Migration / Italien / Libyen
11.06.2011 · 19:47 Uhr
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