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Medwedew besorgt über Irans Atomprogramm

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Moskau (dpa) - Der russische Präsident Dmitri Medwedew ist besorgt über das iranische Atomprogramm und eine mögliche Verbreitung nuklearer Waffen in Nahost.

«Ich würde mir sehr wünschen, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken dient, allerdings ist mir völlig klar, dass sie (die Iraner) hartnäckig eine Reihe anderer Ziele verfolgen», sagte Medwedew im Interview des «Wall Street Journal» (Freitag), das von der Agentur Interfax verbreitet wurde. Sollte daraus der Bau einer Atombombe resultieren, «wäre dies ein sehr großes Problem für den Nahen Osten».

Sollte der Iran tatsächlich - wie vom Westen befürchtet - unter dem Deckmantel seines umstrittenen zivilen Atomprogramms an einer Atombombe bauen, könnte dies nach Medwedews Meinung zu einer gefährlichen Kettenreaktion führen. Bei seinen Besuchen in verschiedenen Ländern in Nahost und Afrika sei ihm gesagt worden, dass diese Staaten, sollte Iran in den Besitz einer Atombombe kommen, auch ihrerseits nukleare Waffen bauen wollten. «Und wenn die nuklearen Waffen in einer derartigen Menge zusammenkommen, dann wird daraus eine sehr schreckliche Bedrohung», sagte Medwedew.

Mit einer derartigen Konzentration nuklearer Waffen «in einer derartig explosionsgefährdeten Region wie dem Nahen Osten wächst die Gefahr ihres Einsatzes um ein Hundertfaches», sagte Medwedew.

Am Donnerstag hatte Russland die von den USA und der EU beschlossene Ausweitung ihrer jeweiligen Iran-Sanktionen im Atomstreit scharf kritisiert. «Wir sind äußerst enttäuscht, dass weder die USA noch die EU unserem Appell gefolgt sind, auf solche Maßnahmen zu verzichten. Wir werden unsere Konsequenzen daraus ziehen - auch was unsere Zusammenarbeit in Gremien wie der "Sechser-Gruppe" angeht», sagte Moskaus Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.

Medwedew kritisierte vor allem, dass diese Sanktionen nicht abgesprochen seien. Er sprach sich für einen Dialog mit dem Iran aus, notfalls unter Druckanwendung. Dabei sei aber ein «kollegiales und kollektives Vorgehen» nötig.

Atom / Russland / Iran
18.06.2010 · 08:04 Uhr
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