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Medien: Becker bekam 5000 Mark vom Verfassungsschutz

Bundesamt für VerfassungsschutzGroßansicht
Berlin (dpa) - Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker hat für ihre Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) deutlich weniger Geld bekommen als bisher angenommen.

Sie habe ein Honorar von 5000 Mark (ca. 2500 Euro) erhalten, berichteten der «Focus» und der «Spiegel» übereinstimmend. Zuvor war von bis zu 100 000 Mark (ca. 50 000 Euro) die Rede gewesen. Der von Becker als Todesschütze des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback belastete Ex-Terrorist Stefan Wisniewski ist unterdessen durch einen aktuellen Gen-Test womöglich entlastet worden. Wisniewskis Anwältin Edith Lunnebach sagte dem «Focus», ein Abgleich der DNA ihres Mandanten mit der DNA der unbekannten Attentäter habe keine Übereinstimmung gebracht.

Wie der «Spiegel» berichtete, hat die heute 57-jährige Becker im Gefängnis rund zwei Jahre mit dem Verfassungsschutz kooperiert. Sie habe von Herbst 1981 bis Ende 1983 ihr Wissen über die RAF und über den Anschlag auf Buback offenbart. Becker habe dafür neben dem Honorar von 5000 Mark als Gegenleistung Hafterleichterungen und einen Strafnachlass gefordert.

Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» hat der Verfassungsschutz in einem der Bundesregierung vorliegenden Bericht ausgeschlossen, dass es zwischen dem Frühjahr 1972 und dem Frühjahr 1980 irgendeine Form der Zusammenarbeit gegeben habe. Zuvor war aufgrund eine Aktenvermerks der Stasi im Zusammenhang mit der Verhaftung Beckers vor einer Woche spekuliert worden, es habe schon seit 1972 eine Geheimdienst-Kooperation Beckers gegeben.

Sie steht laut Bundesanwaltschaft unter dem dringenden Verdacht, an der Ermordung Bubacks und seiner zwei Begleiter durch die Rote Armee Fraktion (RAF) am 7. April 1977 in Karlsruhe beteiligt gewesen zu sein. Sie war damals wegen einer Schießerei bei ihrer Festnahme nach dem Anschlag zu lebenslanger Haft verurteilt worden, 1989 wurde sie jedoch begnadigt. Wegen der Ermordung Bubacks kam es aber bisher zu keiner Anklage Beckers.

Angesichts der neuen Debatte über Beckers Kooperation mit dem Verfassungsschutz war zuletzt gefordert fordern, die Akten freizugeben. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat angekündigt, in der kommenden Woche über die von der Bundesanwaltschaft beantragte Freigabe der noch gesperrten Verfassungsschutzakten zum Mordfall Buback zu entscheiden.

Terrorismus / RAF
05.09.2009 · 12:06 Uhr
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