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Massenpanik bei Volksfest in Kambodscha: 380 Tote

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Phnom Penh (dpa) - Katastrophe in Kambodscha: Nach der Massenpanik in der Hauptstadt Phnom Penh steigt die Zahl der Toten und Verletzten immer weiter. Bis Dienstag waren nach Angaben der Regierung etwa 380 Tote und mehr als 755 Verletzte zu beklagen.

Die meisten Opfer seien erstickt, als es auf einer Brücke über den Mekong-Zufluss Tonlé Sap zu einem Gedränge gekommen sei, sagte Informationsminister Khieu Kanharith. Andere seien ihren inneren Verletzungen erlegen. Am Dienstag versammelten sich buddhistische Mönche an der Brücke, um für die Opfer zu beten.

Unter den Opfern sind nach ersten Informationen des Auswärtigen Amtes keine deutschen Touristen. Eine endgültige Bestätigung dafür gebe es aber noch nicht, hieß es am Dienstag. Die Regierung in Kambodscha gab an, unter den Toten sei ein Vietnamese. Zwei Drittel der Todesopfer seien Frauen. Kambodscha ist ein beliebtes Reiseziel, vor allem bei Rucksacktouristen.

Die Menschen hatten am letzten Tag des Wasserfestes zum Ende des Monsuns die Diamanteninsel besucht und waren am späten Montagabend über die Brücke zurück in die Innenstadt geströmt. Eine Augenzeugin erzählte, mehrere Menschen seien in dem Gedränge ohnmächtig geworden. Daraufhin sei Panik ausgebrochen. Ly Vuthy berichtete weiter, viele Menschen seien verzweifelt von der Brücke ins Wasser gesprungen. Der 19-jährige Buot Panha sagte, der Sprung habe ihm das Leben gerettet. Eine Frau und ihre zwei Kinder, die neben ihm auf der Brücke standen, seien wohl tot.

Zum Verhängnis wurde den Menschen vermutlich etwas, das eigentlich für Sicherheit sorgen sollte: Am Ende der Brücke zur Stadt hin waren Barrieren aufgestellt worden, die die Menschen von der Straße fernhalten sollten. Vor ihnen aber staute sich am Montag die Menge, berichteten Augenzeugen.

Seit Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer im Jahr 1979 seien in Kambodscha in so kurzer Zeit nicht mehr so viele Menschen umgekommen, sagte Ministerpräsident Hun Sen. Der Unglückstag solle ein Gedenktag werden. Die Regierung kündigte auch Entschädigungszahlungen an: Angehörige von Todesopfern sollen umgerechnet 1250 Dollar bekommen, Verletzte 250 Dollar. Die Behörden brachten die Toten mit Militärtransportern in die Heimatorte.

Während des drei Tage dauernden Wasserfestes strömen jedes Jahr Millionen Besucher nach Phnom Penh. Zentraler Punkt im Programm sind die Rennen mit langen Booten auf dem Tonlé Sap, in denen jeweils bis zu 70 Menschen sitzen.

Unfälle / Kambodscha
23.11.2010 · 14:08 Uhr
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