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Mappus: Brüderle für Machtverlust in Baden-Württemberg verantwortlich

Stuttgart (dts) - Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für den Machtverlust von Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg verantwortlich gemacht. "Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle saß am Tisch, als das Moratorium für die Kernkraftwerke vereinbart wurde. Dass er behauptet, die Regierung habe das nur gemacht, um die Landtagswahl zu überstehen, hat unserer Glaubwürdigkeit brutal geschadet", sagte Mappus im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus".

"In den drei Tagen vor der Wahl liefen die Nachrichten rund um Brüderles Äußerungen überall hoch und runter." Daraus könne jeder selbst seine Schlüsse ziehen: "Schwarz-Gelb ist am Wahlerfolg knapp vorbeigeschrammt." Mappus verteidigte den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke nach der Atomkatastrophe in Japan ausgesetzt hatte: "Hätten wir nicht reagiert, wären wir vielleicht bei unter 35 Prozent in Baden-Württemberg herausgekommen." Die CDU hat in der Wahl 39 Prozent der Stimmen erreicht. Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident räumte ein, dass die Kampagne seit der Anti-Stuttgart-21-Demonstration am 30. September gegen ihn "nicht ohne Erfolg" geblieben sei. "Das war blanker Hass, der mir entgegenschlug. Ich konnte am Schluss in Stuttgart keine Veranstaltung mehr machen, ohne dass mich drei Einsatzhundertschaften der Polizei schützen mussten", sagte Mappus. So mancher werde sich in den nächsten Monaten fragen müssen, "ob er die Geister, die er rief, wieder los wird". Es hätten sich Dinge ereignet, "die haben so niedriges Niveau, die können mich nicht verletzen. Andererseits ist es so, dass ich zum Glück durch Familie und Freundeskreis immer so aufgefangen wurde, dass ich diese Zeit ohne tiefere Verletzungen überstanden habe", so Mappus. Er kritisierte seinen designierten Nachfolger, den Grünen Winfried Kretschmann: "Ich habe wenig darüber gelesen, dass Winfried Kretschmann öffentlichkeitswirksam oder gar wirksam dazu aufgefordert hätte, die Hetze zu stoppen. Ich habe auch wenig darüber gelesen, in welch hohem Maß CDU-Plakate beschädigt oder meine Veranstaltungen gestört wurden. Mit demokratischer Streitkultur und fairem Wahlkampf hatte so mancher wenig zu tun." Im Streit um die künftige Besetzung des EnBW-Aufsichtsrats kündigte Mappus ein Gespräch zwischen seinem Staatsminister Helmut Rau (CDU) und Kretschmann an. "Es wäre schön, wenn die beiden sich einigen könnten." Die künftige Regierungskoalition aus Grünen und SPD will, dass nicht wie geplant Rau oder Justizminister Ulrich Goll (FDP) von der Landesregierung in den Aufsichtsrat der neuen Landesbeteiligung EnBW entsandt werden.
DEU / Parteien
02.04.2011 · 09:42 Uhr
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