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Maoisten aus indischer Kleinstadt vertrieben

Indische BundespolizeiGroßansicht
Neu Delhi (dpa) - Indische Sicherheitskräfte haben eine von maoistischen Rebellen besetzte Kleinstadt im Osten des Landes zurückerobert und eine groß angelegte Suchaktion nach den Verantwortlichen gestartet.

Die Nachrichtenagentur IANS berichtete, mindestens vier Rebellen seien bei einem Feuergefecht getötet worden, als Sondereinheiten der Polizei und Paramilitärs am Wochenende ins Zentrum der Stadt Lalgarh im Bundesstaat Westbengalen einrückten. Dort hatten sich tagelang etwa 200 Rebellen und Hunderte bewaffnete Sympathisanten verschanzt. Im zentralindischen Chhattisgarh kamen unterdessen zwölf Polizisten bei einem Maoisten-Angriff ums Leben.

«Die Situation in Lalgarh ist angespannt», sagte Innenminister P. Chidambaram am Sonntag in Neu Delhi. Nach Medienberichten durchkämmen Einsatzkräfte umliegende Dörfer und Wälder auf der Suche nach Rebellen und Unterstützern. Dabei habe es zahlreiche Festnahmen gegeben. Bürgerrechtler warfen der Polizei vor, bei den Razzien auch unschuldige Zivilisten misshandelt zu haben. Die Menschen in der etwa 200 Kilometer westlich von Kolkata (Kalkutta) gelegenen Region lebten in Angst, erklärte die Bürgerrechtlerin Saonli Mitra gegenüber IANS.

Vor einer Woche hatten die Maoisten die Kontrolle über Lalgarh und mehrere umliegende Gemeinden übernommen. Mindestens zehn Mitglieder der in Westbengalen regierenden kommunistischen Partei (CPI-M) fielen der Gewalt zum Opfer. Die Maoisten erklärten, sie kämpften für die Rechte der Landbevölkerung in der wirtschaftlich rückständigen Region. Am Donnerstag hatte die Regierung die Gegenoffensive gestartet, an der mehr als 1500 Sicherheitskräfte beteiligt sind.

Bei dem Maoisten-Angriff in Chhattisgarh wurden am Samstag zwölf Polizisten getötet und elf weitere verletzt. Nach Angaben von IANS wurden bei dem anschließenden Gefecht auch sieben Maoisten getötet. Maoistische Rebellen sind in 13 der 35 indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien aktiv. Chhattisgarh und Teile Westbengalens gehören zu den am stärksten betroffenen Regionen. Landesweit fielen der Gewalt seit Jahresbeginn mehr als 400 Menschen zum Opfer.

Konflikte / Indien
21.06.2009 · 14:10 Uhr
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