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Magazin: Peiniger von Anne Frank arbeitete nach dem Krieg für BND

Hamburg (dts) - Der SS-Oberscharführer, der im Jahr 1944 das jüdische Mädchen Anne Frank in seinem Versteck in Amsterdam aufspürte und ins KZ Auschwitz schickte, hat nach dem Krieg als V-Mann und Anwerber für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, fand der Hamburger Publizist Peter-Ferdinand Koch entsprechende Belege in US-Archiven. Anne Franks Peiniger, als brutaler Verhörspezialist gefürchtet, habe jahrelang in Nazi-Kameradschaften geeignete Spitzel für den BND und zuvor für die Organisation Gehlen gesucht.

Koch schildert laut "Focus" in seinem neu erschienenen Buch "Enttarnt" die starken Seilschaften der ehemaligen SS im deutschen Auslandsgeheimdienst. Zeitweise hätten bis zu 200 ehemalige Mitarbeiter von Hitlers Reichssicherheitshauptamt in Pullach gearbeitet. Darunter seien offensichtlich auch Kriegsverbrecher der SS-Totenkopfverbände gewesen, die an Massenerschießungen teilgenommen hätten. Nach Recherchen des Fachbuchautors soll rund ein Dutzend russischer Spione in der Organisation Gehlen und später beim BND gearbeitet haben. Dies gehe aus Unterlagen des US-Militärgeheimdienstes "Counter Intelligence Corps" hervor, sagte Koch zu "Focus". Die meisten Agenten seien während ihrer Kriegsgefangenschaft in sowjetischen Lagern unter Druck angeworben worden. In der Zeit der Kalten Kriegs seien die Verdachtsfälle nicht aufgearbeitet worden. Dem BND ging es laut Koch vielmehr darum, stramme Antikommunisten zu beschäftigen. Das "Tagebuch der Anne Frank", ein einzigartiges Dokument des Holocaust, wurde in einer Auflage von mehr als 30 Millionen und in 67 Sprachen verbreitet.
DEU / Gesellschaft / Literatur
09.04.2011 · 10:57 Uhr
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