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Magazin: Krebsärzte kritisieren Patientenversorgung in Deutschland

Hamburg (dts) - Der prominente Krebsarzt Hans-Joachim Schmoll hat die Versorgung von Krebspatienten in Deutschland scharf kritisiert. "Deutschland ist fast das einzige entwickelte Land, in dem jeder Arzt Krebs behandeln kann, unabhängig von seiner Expertise, Wissensstand und Erfahrung", sagte Schmoll dem Magazin "Spiegel Wissen". In Deutschland fehlten übergeordnete Hochleistungszentren, in denen ausschließlich Krebs behandelt wird und die Ärzte allesamt Krebsspezialisten sind. "Meistens wissen die Patienten gar nicht, dass es Krebsspezialisten gibt, und der Selbstglaube vieler Ärzte, die Krebs behandeln, täuscht eine nicht vorhandene Expertise vor", sagte Schmoll, der die Onkologie der Universitätsklinik Halle leitet. Viele Krebspatienten würden sich nicht rechtzeitig an spezialisierte Kliniken wenden. "Krankenhaus ist nicht gleich Krankenhaus, und das kleinere Haus in der Peripherie ohne ausreichende Erfahrung ist das Problem." Auch der Direktor der Frankfurter Universitäts-Frauenklinik, Manfred Kaufmann, beklagt die fehlende Expertise vieler deutscher Krankenhäuser in der Krebsbehandlung. "800 Kliniken operieren Brustkrebs in Deutschland. Das ist fatal. Wir bräuchten rund 300 Zentren, die dann wirklich kompetent wären", so Kaufmann.
DEU / Gesundheit
30.06.2009 · 13:48 Uhr
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