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Magazin: Geheime Baupläne von neuer BND-Technikzentrale verschwunden

Berlin (dts) - Der Bundesnachrichtendienst (BND) wird von einem Verratsfall erschüttert. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, wurden offenbar mehrere als Verschlusssachen eingestufte Baupläne der neuen BND-Zentrale in Berlin vom streng überwachten Gelände geschmuggelt. Der Großteil der Pläne betrifft den geheimsten Teil des künftigen BND-Zentrums.

Die internen Darstellungen des Technik- und Logistikzentrums offenbaren sensible Angaben wie Notausgänge, Schleusen, Positionen von Alarmanlagen, Antiterror-Einrichtungen, Türen- und Deckendicke sowie Kabelschächte. Dies bestätigte ein zu Rate gezogener Diplom-Ingenieur "Focus". Ein früherer ranghoher Sicherheitsbeamter des BND sagte "Focus", der materielle Schaden für den Nachrichtendienst sei immens. Ebenso schwer wiege der Imageschaden des BND bei seinen Partnerdiensten. Befreundete Geheimdienste könnten nach dem Abfluss vertraulicher Unterlagen nicht mehr sicher sein, dass geheime Dossiers beim BND in guten Händen seien. Der BND wollte sich zum Verlust der Baupläne nicht äußern. Auch der eigentliche Bauherr der zirka 1,6 Milliarden teuren BND-Zentrale, das Bundesamt für Bauwesen, lehnte einen Kommentar ab. Ein Sprecher des Kanzleramtes, das die Aufsicht über den BND führt, sagte "Focus", es sei umgehend eine "Untersuchung des Vorgangs" angeordnet worden. Darüber hinaus seien "die zuständigen Sicherheitsbehörden zur Erstellung einer Sicherheitsbewertung aufgefordert" worden. BND-Präsident Ernst Uhrlau muss sich laut "Focus" unterdessen mit einem weiteren Skandal in seinem direkten Umfeld befassen. Ein wichtiger Abteilungsleiter soll sich über seinen Dienstcomputer unter anderem Pornos bestellt haben. Eine Nutzung des Computers für derlei Geschäfte ist strikt verboten, da sie Ansatzpunkte für Cyberattacken auf Systeme des BND liefern könnten. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags wurde am Mittwoch über den BND-Abteilungsleiter und seine Porno-Bestellungen informiert. Ein BND-Sprecher bestätigte "Focus", dass der Dienst den Sachverhalt prüfe.
DEU / Justiz / Kriminalität
10.07.2011 · 07:36 Uhr
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