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Magazin: Gaddafi starb an Lähmung des Atemzentrums

Tripolis (dts) - Libyens gestürzter Machthaber Muammar al-Gaddafi ist an den Folgen einer sogenannten Herniation gestorben, einer Einklemmung von Gehirnteilen mit einer anschließenden Lähmung des Atemzentrums. Das berichtet das Nachrichten-Magazin "Der Spiegel". Dr. Abu Bakr Traina, der Gaddafis Totenschein ausstellte, führt den Tod des Diktators auf eine Kopfverletzung zurück.

"Aber ob das eine Kugel war oder ein Schrapnell, wissen wir nicht." Das Geschoss selbst sei verschwunden. Er verstehe, so Traina, das Interesse an der Herkunft des tödlichen Geschosses, doch sei er skeptisch: "Der offizielle Obduktionsbericht von den Ärzten aus Tripolis wird demnächst veröffentlicht, aber ohne das Fragment können die auch nicht viel mehr sagen." Traina fand den Leichnam in einem besseren Zustand vor, als er erwartet hatte: "Ich dachte, er sei bestimmt furchtbar zugerichtet mit schweren Hämatomen, Brüchen, Wunden. Ich dachte, er sei totgeschlagen worden. Aber als wir ihn vom Blut gereinigt hatten, sah ich kaum blaue Flecken, auch Rippenbrüche konnte ich keine ertasten." Die Leiche sei mit einer Khaki-Hose mit Gummizug bekleidet gewesen, so Traina. "Gaddafi hatte das verlebte Gesicht eines 69-Jährigen, aber den Oberkörper eines 40-Jährigen, kaum Falten, flacher Bauch." Gaddafi ist an einem unbekannten Ort südlich der Stadt Misurata bestattet worden. In seiner Heimatstadt Sirte, berichtet der "Spiegel", wurden unterdessen die Gräber seiner Mutter und Großmutter geschändet und die Überreste der Leichen verschleppt.
Libyen / Militär / Gesundheit
30.10.2011 · 10:35 Uhr
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