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Magazin: Forscher weisen erstmals Nervengift im Blut von Flugpassagieren nach

Seattle (dts) - Erstmals haben Forscher das Nervengift TCP im Blut von Flugpassagieren nachgewiesen. Der Stoff stammt aus dem Öl der Triebwerke, wo die komprimierte Luft für die Kabine abgezapft wird, wie der "Spiegel" meldet. Vor allem Piloten und Kabinenpersonal klagen seit Jahren über das nach alten Socken riechende Gift.

Sie machen es für neurologische Defekte oder sogar Berufsunfähigkeit verantwortlich. Mit einem neuartigen Testverfahren fand Clement Furlong von der University of Washington in Seattle nun in sechs von zwölf untersuchten Passagieren TCP, das berichtet er in der Fachzeitschrift "Toxicology and Applied Pharmacology". Die Konzentrationen im Blut seien zwar gering. Doch handle es sich auch nur um gewöhnliche Passagiere, die von keinerlei Geruchsbelästigung berichtet hatten. Während des normalen Flugbetriebs hatte unlängst auch das norwegische Staatsinstitut für Arbeitsumwelt die Substanz TCP in der Kabinenluft nachgewiesen. Die neuen Erkenntnisse setzen Hersteller und Airlines unter Druck, die eine Gesundheitsgefahr bislang abstreiten. Zudem findet diesen Mittwoch eine Anhörung im Bundestag zu diesem Thema statt. Für diesen Termin hat der Grünen-Parlamentarier Markus Tressel zwei Jahre lang gegen heftige Lobbyarbeit der Industrie gekämpft. "Die Regierung und die Airlines sind bislang ihrer Fürsorgepflicht für die Passagiere und Bediensteten nicht nachgekommen", so Tressel.
USA / Luftfahrt / Gesundheit
18.09.2011 · 12:33 Uhr
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