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Magazin: Baubranche fürchtet chinesische Bauarbeiter

Brüssel (dts) - Für das Baugewerbe befürchten Arbeitgeber und Gewerkschaften eine wirtschaftliche Katastrophe, sollte eine EU-Richtlinie in Kraft treten, die derzeit im Europäischen Parlament beraten wird. Sie soll die Entsendung von Arbeitskräften aus Drittstaaten innerhalb eines Konzerns in andere EU-Länder regeln. Nach der Gewerkschaft IG BAU warnt nun dem Nachrichtenmagazin "Focus" zufolge auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) vor Millionen Chinesen, die zu Dumpinglöhnen auf EU-Baustellen eingesetzt werden könnten.

Derzeit sind 700.000 Menschen im Baugewerbe in Deutschland beschäftigt. Für sie gilt ein Mindest-Stundenlohn von 10,90 Euro (West) und 9,50 Euro (Ost). Der könnte unterlaufen werden, indem etwa ein rumänisches Unternehmen Männer aus China zum rumänischen Mindestlohn von 175 Euro im Monat einstellt und in Deutschland einsetzt. ZDB-Präsident Hans-Hartwig Loewenstein warnte in "Focus": "Unser Markt würde vor einem Kollaps stehen. Das hätte katastrophale Auswirkungen auf die mittelständischen Betriebe." 40 Millionen junge unverheiratete Männer stünden in China bereit. Hunderttausende Chinesen könnten nach Europa kommen. Loewenstein forderte, das Bauhauptgewerbe aus dieser Richtlinie herauszunehmen. Er klagte über mangelnden Rückhalt: "Die Bundesregierung unterstützt uns dabei nicht ausreichend. Und das Hauptproblem ist, dass die EU-Kommission mit dem deutschen Mittelstandsmodell nichts am Hut hat."
Belgien / EU / Industrie / Arbeitsmarkt
06.02.2011 · 10:14 Uhr
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