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Märkte schauen gebannt auf den Bundestag

Börse in Frankfurt am MainGroßansicht

Frankfurt/Main (dpa) - Mit großer Nervosität warten die Aktienmärkte auf die Bundestagsentscheidung über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirm EFSF. Die rasante Rallye der Vortage setzte sich am Mittwoch zunächst einmal nicht fort.

Das wichtigste deutsche Börsenbarometer Dax legte einen Zickzackkurs hin und lag am Nachmittag 0,3 Prozent im Plus bei 5645 Punkten.

Zwischenzeitlich hatte der Dax sogar die 5700er-Marke gekratzt. Börsianer nahmen dies als Hoffnungsschimmer: Dies könne ein Signal sein, dass der Dax demnächst Richtung 5900 oder gar 6100 Punkte klettern könnte, sagte Christoph Geyer, technischer Analyst bei der Commerzbank. Er sprach von einer Hoffnung auf Bodenbildung - dies würde bedeuten, dass der deutsche Aktienmarkt vorerst nicht weiter abrutscht.

Auch an den internationalen Börsen warten die Händler mit Spannung darauf, ob Schwarz-Gelb am Donnerstag bei der Bundestagsabstimmung über die Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms EFSF die symbolträchtige Kanzlermehrheit schafft. Dafür sind 311 Stimmen aus dem schwarz-gelben Lager nötig. Viele Marktteilnehmer dürften von dem Abstimmungsergebnis darauf schließen, wie stabil die Bundesregierung in der Euro-Schuldenkrise ist.

Nervosität auch an den europäischen Märkten: Zur Mittagszeit drehte der zunächst schwache EuroStoxx 50 kräftig ins Plus und stieg um 1,22 Prozent auf 2220,74 Punkte. Damit baute er sein Vortagsplus von 5,3 Prozent weiter aus. Am späteren Nachmittag betrug das Plus beim Index der wichtigsten europäischen Aktien aber nur noch 0,3 Prozent.

Starke Bewegung gab es wieder bei den Bankwerten: Aktien der Deutschen Bank kletterten zunächst ins Plus - zuletzt standen aber wieder minus 1,6 Prozent zu Buche. Tagesverlierer war bis zum Nachmittag die Deutsche Börse mit minus 4 Prozent.

Hintergrund ist, dass die EU-Kommission die Finanzmärkte künftig mit einer Finanztransaktionssteuer zur Kasse bitten will. Spekulanten an den europäischen Finanzmärkten sollen künftig in der gesamten Europäischen Union zahlen. Nach dem Willen der EU-Kommission soll die Steuer ab 2014 erhoben werden und 57 Milliarden Euro pro Jahr einbringen.

Dass die Mitgliedstaaten die Steuer tatsächlich beschließen, ist aber höchst fraglich. Ein Sprecher des britischen Finanzministeriums sagte dem Sender BBC, London werde die Steuer notfalls per Veto verhindern. Die Steuer sei nur denkbar, wenn sie weltweit eingeführt werde. Auch Schweden und die Niederlande haben Bedenken. Für einen Beschluss ist Einstimmigkeit aller 27 EU-Staaten nötig.

Der Eurokurs stieg erneut: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3631 (1,3579) Dollar fest. Auch der Gold-Kurs setzte seinen leichten Aufwärtstrend nach dem jüngsten Preissturz fort.

EU / Finanzen / Börsen
28.09.2011 · 21:19 Uhr
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