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Lust und Frust: Das deutsche Formel-1-Jahr

Formel 1 GP Abu Dhabi - Vettel wird WeltmeisterGroßansicht

Abu Dhabi (dpa) - Sieben deutsche Piloten mischten in der abgelaufenen Formel-1-Saison mit - mehr waren es noch nie. Dazu war erstmals seit 55 Jahren ein Mercedes-Werksteam am Start. Eine Bilanz der schwarz-rot-goldenen Fraktion:

Sebastian Vettel (Heppenheim/Red Bull/256 Punkte): Der Weltmeister. Von Saisonbeginn an der schnellste Fahrer im besten Auto. Zehn Pole Positions, fünf Siege. Nur eine fast unheimliche Serie von Pech, Strategiefehlern und eigenen Aussetzern verhinderte einen früheren Titelgewinn. Im Endspurt aber unantastbar und verdient vorn.

Nico Rosberg (Wiesbaden/Mercedes/142): Der Durchstarter. Für Michael Schumacher der «stärkste Teamkollege». Fuhr dem Superstar und Stallrivalen einfach davon. Gewann 14 der 19 Qualifikationsduelle, sammelte fast doppelt so viele Punkte. Mehr ließ nur der schwächelnde Silberpfeil nicht zu. Auf geradem Weg zum WM-Kandidaten.

Michael Schumacher (Kerpen/Mercedes/72): Der Ernüchterte. In seinem Comeback-Jahr kam der Rekordchampion nur selten in Fahrt, die Spitze war weit entfernt. Drei vierte Plätze als beste Resultate. Dazu harsche Kritik und Strafe nach der Rüpel-Attacke gegen Rubens Barrichello in Ungarn. Freut sich trotzdem auf 2011.

Adrian Sutil (Gräfelfing/Force India/47): Der Unerfüllte. Steckt weiter im Mittelmaß fest. Zur Saisonmitte konstant in den Punkten, klare Nummer 1 im Team. Verlor am Ende den Schwung, das Auto wurde immer schwächer. Nur noch geringe Chancen auf den erhofften Wechsel zum stärkeren Renault-Rennstall. Weiteres Frust-Jahr droht.

Nico Hülkenberg (Emmerich/Williams/22): Der Musterschüler. Lernte in seinem Debütjahr ganz schnell und fuhr eine starke zweite Saisonhälfte. Die Krönung: Pole Position in Brasilien. Muss trotzdem den Rennstall verlassen, weil Williams knapp bei Kasse ist. Will auch im nächsten Jahr in der Formel-1 fahren.

Nick Heidfeld (Mönchengladbach/Sauber/6): Der Lückenfüller. Erst langweilte er sich als Mercedes-Ersatzmann, dann testete er Reifen für Pirelli. Die alten Freunde von Sauber holten ihn für die letzten fünf Rennen. Mit alten Motoren aber kaum konkurrenzfähig. Formel-1- Zukunft sehr ungewiss.

Timo Glock (Wersau/Virgin/0): Der Aufbauhelfer. Viel Spaß machte das Jahr beim Anfängerteam nicht. Viele Ausfälle, Riesen-Rückstände auf das Mittelfeld. Hatte immerhin seinen Teamkollegen Lucas di Grassi sicher im Griff. 2011 wird wohl kaum besser werden, auch wenn russische Investoren frisches Geld bringen.

Mercedes GP (214 Punkte): Die Abgehängten. Red Bull, McLaren und Ferrari waren diesmal eine Nummer zu groß - auch weil die Schwaben beim Budget gewaltig abspeckten. Der Silberpfeil floppte. Früh stellte das Team die Weiterentwicklung des Autos ein und machte sich schon an den Rennwagen für 2011. Dann soll es aufwärts gehen.

Motorsport / Formel 1 / Bilanz
15.11.2010 · 10:40 Uhr
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