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Lottogesellschaften wollen Eurojackpot mit 90 Millionen Euro Höchstgewinn starten

München (dts) - Die deutschen Lottogesellschaften wollen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) im nächsten Jahr einen Eurojackpot mit 90 Millionen Euro Höchstgewinn starten. Das neue Angebot soll dazu dienen, Kunden zurückzuholen, die an kommerzielle Glücksspielanbieter im Internet verloren gegangen sind. "Wir wollen nächstes Jahr starten", sagte Erwin Horak, Präsident der Bayerischen Lotterieverwaltung und Wortführer im Deutschen Lotto- und Totoblock, der SZ. Vorausgesetzt, so der staatliche Glücksspiel-Chef, die nötigen Genehmigungen in Deutschland wie auch bei den Partnern in anderen Staaten liegen vor.

Als erstes Bundesland hat Hessen jetzt dem Eurojackpot zugestimmt, eine weitere Erlaubnis aus Rheinland-Pfalz liegt bereits vor. In Nordrhein-Westfalen wird auch bald mit der Genehmigung gerechnet. Weitere Bundesländern könnten rasch folgen. Bislang wird in Deutschland nur ein nationaler Jackpot mit meist mehreren Millionen Euro ausgespielt. In der hessischen Genehmigung heißt es laut SZ, mit dem neuen Angebot könne man "Menschen für das geordnete Glücksspiel zurückgewinnen". Dort steht auch, 30 Prozent der Internet-Spieler seien laut einer Umfrage an einem solchen Jackpot interessiert. Und es bestehe keine größere Suchtgefahr; der 90-Millionen-Eurojackpot sei nicht gefährlicher als das normale Lotto. Hessen hat seine Erlaubnis bis Ende 2011 befristet, offiziell ist es ein Probelauf. Die staatlichen Lottogesellschaften gehen von einem "bestehenden Schwarzmarkt" von fast zehn Milliarden Euro Wetteinsatz in der Bundesrepublik via Internet aus. Sporttipp-Veranstalter wie Bwin mit Sitz beispielsweise in Österreich und Lizenzen aus Malta und Gibraltar, virtuelle Kasinos und Pokerrunden ziehen via Internet immer mehr Geld vom deutschen Markt ab. Dagegen wollen die Lottogesellschaften nun den Eurojackpot als neues Angebot setzen, gemeinsam mit internationalen Partnern. Die vier skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland sollen dabei sein, dazu Estland und Island sowie die Niederlande und Italien. Der Eurojackpot ist auch als Gegenstück zu Euromillions geplant, das von Glücksspielanbietern aus Großbritannien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und anderen Staaten veranstaltet wird. 2009 soll Euromillions einer Umfrage zufolge in Deutschland bereits 700000 Kunden gehabt haben. Kommende Woche beraten die Regierungschef der 16 Bundesländer in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie die Glücksspielmarkt in Deutschland künftig geregelt werden soll.
DEU / Glücksspiel
11.12.2010 · 01:12 Uhr
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