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Löw und & Co. fliegen Sympathien zu - Müller jubelt

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Frankfurt/Main (dpa) - Die WM-Bronzemedaillen-Gewinner sind wieder in der Heimat. Am Montagmorgen um 06.16 Uhr landeten Jogi Löw und seine «Boy Group» mit dem neuen Airbus A380 auf dem Flughafen Frankfurt/Main - und den Spielern fliegen die Sympathien zu.

Während des zehnstündigen Fluges von Südafrika nach Deutschland hatte Lufthansa-Chefpilot Jürgen Raps, der den DFB-Tross schon fünf Wochen zuvor ans Kap geflogen hatte, in 11 500 Metern Höhe mit Endspiel- Informationen versorgt. TV-Bilder konnten die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht sehen.

Shooting Star Thomas Müller durfte über den Wolken noch einmal doppelt jubeln. Da im WM-Endspiel von Johannesburg weder der Spanier David Villa noch der Niederländer Wesley Sneijder trafen, die wie Müller bei fünf Turnier-Treffern standen, wurde der 20-Jährige aufgrund seiner drei Vorlagen sensationell Torschützenkönig der Fußball-Weltmeisterschaft. Zudem wurde der Münchner zum «Jungstar» der WM gekürt.

«Das freut mich natürlich besonders, 40 Jahre nach Gerd Müller den Goldenen Schuh gewonnen zu haben», sagte der neue Müller noch über den Wolken. Der «Bomber der Nation» war 1970 bester WM-Torjäger. 2006 gelang dies auch Miroslav Klose. «Ich bin zwar der Typ, der die Belastung gut wegsteckt. Aber natürlich tut jetzt ein bisschen Abstand auch nicht so schlecht. Dass man mal durchschnaufen kann», beschrieb Müller die Stimmung auf dem Heimflug.

Nach zwei Monaten Rackern und Schwitzen hatten die meisten Spieler und Trainer schon auf dem Lufthansa-Sonderflug ihre Liebsten an der Seite. In der Business-Class genoss auch Joachim Löw nach dem WM- Stress neben seiner Frau Daniela die Annehmlichkeiten des neuen Airbusses A380. An Urlaub kann der Bundestrainer derzeit noch nicht denken, denn nach einem kurzen Durchpusten muss der 50-Jährige erst seine berufliche Zukunft klären. «Es werden selbstverständlich Gespräche stattfinden. Und es ist logisch, dass eine Entscheidung zeitnah gefällt werden muss», sagte Löw.

Zunächst aber erlebte der Freiburger bei Rotwein und Hühnchen süßsauer das WM-Finale aus einer völlig neuen Perspektive. Live- Bilder vom «wichtigsten Spiel überhaupt» gab es für Löw und sein Team trotz Hightech im Super-Airbus nicht. Kapitän Jürgen Raps gab der Mannschaft die Spiel-Informationen durch. «Spanien gewinnt 1:0», berichtete der Lufthansa-Chefpilot ohne Emotionen.

Gefeiert wurden bei 900 Stundenkilometern Reisegeschwindigkeit nur die deutschen Spieler, die mit ihren erfrischenden Auftritten in Afrika und dem dritten Platz die Fußball-Welt überrascht und die Fans in der Heimat in Begeisterung versetzt hatten. «Wir gratulieren Ihnen alle», lauteten die Glückwünsche aus dem Cockpit.

Das Kabinen-Personal hatte sich kleine Deutschland-Fahnen auf die Wangen geschminkt, und am Airbus waren eine schwarz-rot-goldene Fahne sowie die Aufschrift «Vielen Dank» aufgeklebt worden. Sogar die Pralinen-Schachteln waren bedruckt: «Vier Wochen Emotionen auf höchstem Niveau.» Die Flugsicherung übermittelte beim Landeanflug auf Frankfurt Glückwünsche. Löw betonte: «Wir sind enorm stolz auf die Spieler und alle, die an unserem Erfolg beteiligt waren.»

Nach einer kurzen Begrüßung auf heimatlichem Boden durch Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth flüchteten Spieler, Trainer und Betreuer in alle Himmelsrichtungen. Auch die Spieler werden in den nächsten Tagen trotz Urlaub die Entwicklungen im «Fall» Löw interessiert verfolgen. «Es ist kein Selbstläufer. Es reicht nicht, wenn man eine gute junge Mannschaft hat, sondern man muss weiter hart arbeiten», betonte Kapitän Philipp Lahm in einer vorläufig letzten Erklärung zum Thema Fußball.

Fußball / WM / Deutschland
12.07.2010 · 09:19 Uhr
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