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Liquidatoren - Proteste in Kiew angekündigt

Berlin (dpa) - Die Katastrophe in Japan weckt Erinnerungen an den schweren Atomunfall in Tschernobyl - und an das Schicksal der Liquidatoren.

Über die genaue Zahl dieser Aufräumarbeiter und vor allem über ihr Schicksal gibt es auch 25 Jahre nach dem Unglück nur ungenaue Angaben. An diesem Mittwoch wollen ehemalige Liquidatoren in Kiew gegen Kürzungen ihrer finanziellen Hilfen protestieren.

Die meisten Liquidatoren waren Soldaten aus der Sowjetunion. In Minuten-Einsätzen bauten die oftmals ahnungslosen jungen Männer eine provisorische Schutzhülle (Sarkophag) um den Reaktorkrater oder entsorgten oft mit bloßen Händen verstrahltes Material. Viele Menschen, die in der 30-Kilometer-Sperrzone eingesetzt worden waren, starben an der Strahlenkrankheit oder später an Krebs.

Zahlreiche der Aufräumarbeiter sind heute arbeitsunfähig. Viele Liquidatoren sollen nach Angaben des Verbands der Tschernobyl-Invaliden in Kiew (Ukraine) ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt haben. Andere leiden unter Depressionen oder Alkoholismus.

Die Gesamtzahl der Liquidatoren betrug etwa 600 000, heißt es in einer Broschüre des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). In anderen Quellen wird von bis zu einer Million Menschen ausgegangen. Die Aufräumarbeiten dauerten laut BfS etwa bis zum Jahr 1990.

Bei der Katastrophe von Tschernobyl hatten sich am 26. April 1986 im Block 4 des Atomkraftwerks in der Folge eines technischen Experiments eine Kernschmelze und Explosionen ereignet. Dabei wurden große Mengen an Radioaktivität freigesetzt, die in einer Wolke tausende Kilometer weit getragen wurden.

Erdbeben / Atom / Japan
15.03.2011 · 13:05 Uhr
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