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Linke legt in Wahlumfragen auf 14 Prozent zu

Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine und seine Partei verspüren Rückenwind.Großansicht
Hamburg/Berlin (dpa) - Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl legt die Linke in Umfragen deutlich zu, während Schwarz-Gelb nur noch eine hauchdünne Mehrheit hat.

Nach den Wahlerfolgen im Saarland und in Thüringen sowie der Diskussion um den umstrittenen Luftangriff in Afghanistan gewinnt die Linke in der wöchentlichen Forsa-Umfrage 4 Punkte und liegt bei 14 Prozent.

In der Erhebung für RTL und den «Stern» erreichen Union und FDP mit zusammen 49 Prozent den schlechtesten Wert im «Stern-RTL-Wahltrend» seit der zweiten Januarwoche. In einer Allensbach-Umfrage kommt Schwarz-Gelb sogar nur noch auf 48 Prozent.

Damit müssen CDU/CSU und FDP um eine Mehrheit für ihre Wunschkoalition nach dem 27. September zittern. Dies hängt vor allem mit den Zugewinnen der Linkspartei zusammen, während die Aufholjagd der SPD weiterhin ausbleibt. In der Forsa-Umfrage kommt die Linke, die einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordert, auf ihren besten Wert in diesem Jahr. SPD, Grüne und Linke erreichen nun zusammen 45 Prozent, ein Punkt mehr als in der Woche zuvor. Ihr Rückstand auf Schwarz-Gelb verkürzt sich dank des Zugewinns der Linken von 6 auf 4 Punkte. Ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene schließt die SPD aber für die kommende Legislaturperiode aus.

Im «Stern-RTL-Wahltrend» müssen Union, SPD und Grüne leichte Verluste verkraften. Die Union fällt um einen Punkt auf 35 Prozent und liegt damit auf dem Niveau ihres Wahlergebnisses von 2005, als sie 35,2 Prozent der Stimmen erhielt. Die SPD verschlechterte sich um einen Punkt auf 21 Prozent. Die Grünen rutschten um 2 Punkte auf 10 Prozent ab. Die FDP liegt weiterhin bei 14 Prozent. Sonstige Parteien erhalten 6 Prozent.

Linken-Chef Oskar Lafontaine sagte am Mittwoch in Saarbrücken, der Höhenflug seiner Partei hänge mit den jüngsten Wahlerfolgen zusammen. «Und zum zweiten mit der Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.» Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch hatte für die Bundestagswahl als Ziel «10 Prozent plus XXL» ausgegeben.

In einer Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» ist der Vorsprung von Schwarz-Gelb noch geringer: Union (35 Prozent) und FDP (13) liegen bei 48 Prozent. SPD (22,5), Grüne (13) und Linke (11,5) erreichen 47 Prozent. Im Vergleich zu Mitte August verliert die Union 0,5 Punkte, die FDP büßt 1,0 ein. SPD und Grüne verlieren je 0,5 Prozent. Gewinner in dieser Umfrage ist ebenfalls die Linke, die um 2,0 Prozentpunkte zulegt.

Nach Angaben von Allenbach-Geschäftsführerin Renate Köcher empfindet eine Mehrheit der Deutschen den bisherigen Wahlkampf als äußerst langweilig, nur 14 Prozent nehmen den Wettstreit der Parteien als harte Auseinandersetzung wahr. 49 Prozent bewerten den Wahlkampf als inhaltsleer. «Im Vorfeld der Bundestagswahl 2002, als dieser Vorwurf ebenfalls im Raum stand, hielten ihn nur 37 Prozent für berechtigt», schrieb Köcher in Zeitung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) büßte in der Forsa-Umfrage an Beliebtheit ein. Auf die Frage, wen sie direkt zum Kanzler wählen würden, entschieden sich 53 Prozent für Merkel, 4 Punkte weniger als in der Vorwoche. Für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier würden 20 Prozent stimmen (plus 2 Punkte).

Parteien / Umfragen
09.09.2009 · 13:46 Uhr
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