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Lichtschweif zu Weihnachten war Sojus-Rakete

Leuchten am Heiligabend-HimmelGroßansicht

Berlin (dpa) - Ein rasender Lichtstrahl am Himmel zu Heiligabend - ein UFO, der Stern von Bethlehem oder gar der Weihnachtsmann? Die Weltraumbehörde ESA setzt den Spekulationen ein Ende.

Der helle Lichtschweif, der Heiligabend am europäischen Nachthimmel entlang raste und viele Menschen in Aufregung versetzte, war ein verglühender Teil einer Sojus-Rakete. «Es handelte sich dabei um eine Oberstufe der Sojus-Rakete, die kürzlich drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hat», sagte Bernhard von Weyhe, Sprecher der Europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Augenzeugen hatten von glühenden Streifen mit einem breiten Schweif gesprochen. Hörer riefen am 24. Dezember aufgeregt bei Radiosendern an. Was war das bloß?: Eine Sternschnuppe, eine Rakete oder gar der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten? Eine Hörerin des Radiosenders Antenne Thüringen meinte: «Ganz toll, es war sehr beeindruckend.» Eine andere Hörerin berichtete: «Auch wir haben das Lichtspektakel gesehen, auf dem Heimweg von der Kirche. Unsere Tochter fand es wie eine Kutsche vom Weihnachtsmann mit Elchen.» Manche Beobachter vermuteten den Absturz eines Flugzeugs.

Nun ist das rätselhafte Himmelsphänomen, das über Teilen Deutschlands, Belgiens, Frankreichs und der Niederlande zu sehen war, aufgeklärt: Die ESA ist sich sicher, dass ein verglühendes Stück der Sojus-Rakete den Lichtschweif hinter sich her gezogen hat, also Weltraumschrott. Dies hätten Untersuchungen einer ESA-Expertengruppe unter Prof. Heiner Klinkrad eindeutig ergeben, sagte von Weyhe.

«Die Raketenteile sind etwa 80 Kilometer über der Erde verglüht. Die Flugrichtung war von Westen nach Osten», erklärte der Sprecher weiter. «Beim Eintritt in die Atmosphäre hatten sie etwa eine Geschwindigkeit von 25 000 bis 28 000 Stundenkilometern.» Eine Gefahr für die Menschen auf der Erde habe zu keiner Zeit bestanden. «Je weiter Teile in die Erdatmosphäre eintreten, desto mehr zerbrechen und verglühen sie.» Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR erreichen jährlich 60 bis 70 Tonnen Weltraumschrott die Erde.

Am Mittwoch war eine Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet, um drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Am Freitag hatten der Russe Oleg Kononenko, der US-Amerikaner Donald Pettit und der Niederländer André Kuipers planmäßig den Außenposten der Menschheit in 350 Kilometern Höhe erreicht.

Wetter / Wissenschaft / Raumfahrt
26.12.2011 · 11:55 Uhr
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