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Libyen: Gaddafi droht Demonstranten mit Gewalt

Tripolis (dts) - Der libysche Präsident Muammar al-Gaddafi hat sich am Dienstag in einer Fernsehansprache an das libysche Volk gewandt und den Demonstranten mit Gewalt gedroht. Medienberichten zufolge hielt er seine Ansprache von den "Bab Al-Aziziyah"-Barracken in Tripolis aus, die 1986 von den USA bombardiert worden waren, wobei es 36 Tote gab. Der Diktator hielt eine mehr als einstündige Rede, in der er Libyen beschwor, die nationale Einheit zu wahren und den Frieden wieder herzustellen, notfalls auch mit Gewalt.

Gaddafi diskreditierte die Demonstranten als kleine Banden von jungen Männern, die "halluzinogene Drogen" genommen hätten und wie "Ratten" über Polizeistationen herfielen. Er rief dazu auf, sie zu jagen und zu verhaften. Gaddafi betonte, dass er das Land weder verlassen würde, noch könne und widersprach damit Gerüchten vom Vortag, dass er auf der Flucht nach Venezuela sei. Er würde die Macht nicht abgeben und notfalls als "Märtyrer" sterben wollen, sagte er. Im Weiterem beschuldigte er die USA und Großbritannien, die Aufstände in Libyen angefacht zu haben. Inzwischen spitzt sich die Lage in Libyen zu. Tausende Ausländer fliehen aus dem Land und werden dabei von ihren nationalen Regierungen unterstützt. Die meisten Unternehmen ziehen ebenfalls ihre Mitarbeiter ab. Bei den seit dem 15. Februar andauernden Protesten sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehrere hundert Menschen getötet worden. Der Ölpreis indes steigt weiter an, nicht nur wegen den Protesten in Libyen und in Teilen der arabischen Welt, sondern auch aus Sorge, die Unruhen könnten auf die großen Öl-Exporteure im nahen Osten übergreifen. Die Aktienmärkte reagierten darauf mit Verlusten.
Libyen / Weltpolitik / Proteste
22.02.2011 · 19:13 Uhr
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