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Lehrer gegen Abschaffen des Sitzenbleibens

Der Lehrerverband lehnt eine Abschaffung des Sitzenbleibens entschieden ab. (Archiv- und Symbolbild)Großansicht
Berlin (dpa) - Der deutsche Lehrerverband lehnt eine Abschaffung des Sitzenbleibens entschieden ab. In einem Gastbeitrag in «Bild am Sonntag» schreibt Verbandspräsident Josef Kraus: «Die Forderung nach Abschaffung des Sitzenbleibens ist pädagogischer Unsinn.»

Kraus zur Begründung: «Für Schüler, die am Ende des Schuljahres in mehreren Kernfächern mangelhafte Leistungen haben, wäre ein Aufstieg in die nächste Klasse eine krasse Fehlinvestition für die ganze Gesellschaft.» Für diese Schüler sei nämlich das Wiederholen eine Chance zur Konsolidierung. Diese Chance dürfe man ihnen nicht nehmen. Kraus: «Gäbe es gar kein Durchfallen mehr, würde sich ein noch größerer Anteil von Schülern überhaupt nicht mehr anstrengen wollen, und das Leistungsniveau vieler Klassen würde sinken. Eine Abschaffung des Sitzenbleibens käme einem Recht auf Wohlfühlschule mit Abiturvollkaskoanspruch gleich.»

Das Sitzenbleiben in der Schule kostet den Steuerzahler laut einer neuen Studie jedes Jahr fast eine Milliarde Euro, ohne pädagogische Erfolge zu zeigen. Das hat Bildungsforscher Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung berechnet. Demnach geben die Bundesländer für Klassenwiederholungen 931 Millionen Euro im Jahr aus. Bessere Leistungen seien bei einer «Ehrenrunde» nicht festzustellen. «Statt einer frühen schülerorientierten Förderung verschieben wir den Zeitpunkt wirksamer Unterstützung und verpassen ihn dabei», sagte dazu das Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger, am Donnerstag in Gütersloh.

Bildung / Schulen
06.09.2009 · 13:38 Uhr
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