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Lebenslang für Times-Square-Bomber

Times-Square-Bomber Faisal ShahzadGroßansicht

New York (dpa) - Der sogenannte Times-Square-Bomber von New York muss lebenslang in Haft. Fünf Monate nach dem gescheiterten Anschlag wurde Faisal Shahzad am Dienstag in Manhattan in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden.

Der Amerikaner pakistanischer Abstammung hatte sich in dem Prozess für schuldig bekannt - und dem Westen mit weiteren Anschlägen gedroht. Der damals 30 Jahre alte Shahzad, der sich selbst einen «muslimischen Soldaten» nannte, hatte am 1. Mai seinen Wagen mit einer selbst gebauten Bombe auf dem Times Square im Herzen von New York geparkt. Das berühmteste Stück des Broadway mitten in Manhattan war an dem sommerlich-warmen Samstagabend von Zehntausenden Theaterbesuchern, Touristen und Nachtschwärmern bevölkert. Wäre die Bombe aus Gasflaschen, Benzinkanistern und Metallteilen in dem Geländewagen hochgegangen, wären nach einer Prognose der Staatsanwaltschaft 40 Menschen getötet worden.

Doch der Sprengsatz explodierte nicht. Ein T-Shirt-Verkäufer sah Rauch in dem Wagen und schlug Alarm. Die Polizei räumte den Platz, der an einem Samstagabend wohl der am meisten bevölkerte Ort in der Millionenstadt ist, und entschärfte die Bombe. Zwei Tage später wurde Shahzad aus einem Flugzeug geholt, mit dem er über Dubai nach Islamabad fliehen wollte.

Laut Staatsanwaltschaft war Shahzad von den Taliban ausgebildet und finanziert worden. Dafür sei er über den Jahreswechsel 40 Tage bei den Taliban gewesen und habe auch ein fünftägiges Bombentraining bekommen. Das Camp war in Waziristan. In derselben Region waren jetzt die acht deutschen Islamisten bei einem Drohnenangriff getötet worden.

Im Prozess hatte sich der inzwischen 31-Jährige kämpferisch gegeben. «Ich will mich 100 Mal schuldig bekennen. Denn solange die Vereinigten Staaten ihre Soldaten nicht aus Afghanistan und dem Irak abziehen, solange sie nicht Drohnenangriffe in Somalia, Pakistan und im Jemen stoppen und muslimischen Boden angreifen, solange werden wir die Vereinigten Staaten angreifen.» Tatsächlich habe auch er selbst weitere Anschläge geplant. So sollte zwei Wochen nach der Times-Square-Bombe ein weiterer Sprengsatz detonieren.

«Nehmt Euch in acht, der Krieg mit den Muslimen hat gerade erst begonnen», sagte Shahzad nach Medienberichten nach der Urteilsverkündung. Nach dem Ruf «Allah ist groß» rief er, er würde «Tausende Leben für Allah opfern». Er sei glücklich über sein «Abkommen mit Gott»: «Wir haben von Allah gemachte Gesetze. Wir brauchen keine von Menschen.» Die Richterin sagt zu Shahzad über seine Haftstrafe: «Sie werden Zugang zu Bildung haben. Und ich hoffe, Sie nutzen die Zeit, um darüber nachzudenken, ob der Koran Ihnen das Recht zum Töten unschuldiger Menschen gibt.»

Terrorismus / USA
05.10.2010 · 18:05 Uhr
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