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Lebenslänglich für Ex-Diktator in Argentinien

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Buenos Aires (dpa) - Der argentinische Ex-Diktator Jorge Rafael Videla ist zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Das Bundesgericht in der Stadt Cordoba befand den 85-Jährigen am Donnerstag für schuldig, während der von ihm geführten Diktatur von 1976 bis 1983 Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. In dieser Zeit wurden im Auftrag der Regierung rund 30 000 Menschen entführt, gefoltert und ermordet, darunter auch etwa 100 Deutsche.

Während des Prozesses wurde auch der frühere Heereschef Luciano Benjamín Menéndez sowie weitere 28 Angeklagte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Familienangehörige der Opfer begrüßten im Gerichtssaal das Urteil mit Applaus. Videla rechtfertigte die Maßnahmen während seiner Regierungszeit mit der Begründung, er habe einen Krieg gegen den Terrorismus geführt, und bezeichnete sich als politischen Gefangenen.

Videla war 1976 durch einen Putsch gegen die demokratische Regierung von María Estela Martínez de Peron an die Macht gekommen. 1985 war er erstmals zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Er wurde aber 1990 durch den damaligen Präsidenten Carlos Menem begnadigt. 1998 wurde Videla erneut festgenommen, zunächst zu Hausarrest verurteilt und seit 2008 befindet er sich in Militärhaft.

Innenpolitik / Argentinien
23.12.2010 · 15:26 Uhr
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