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Laura Chinchilla erste Präsidentin Costa Ricas

Laura Chinchilla gibt in San Jose Presseinterviews.Großansicht
San José (dpa) - Zum ersten Mal in der Geschichte Costa Ricas hat eine Frau die Präsidentenwahl gewonnen. Die 50 Jahre alte Sozialdemokratin Laura Chinchilla verwies am Sonntag ihre Konkurrenten deutlich auf die Plätze.

Nach Auszählung von über 90 Prozent der Wahllokale erreichte sie rund 47 Prozent der Stimmen. Das teilte am Montag der Chef der Wahlbehörde, Luis Antonio Sobrado, mit. Die Politologin übertraf damit klar die für den Sieg notwendige Mehrheit von 40 Prozent. Die Bürger des mittelamerikanischen Landes stimmten am Sonntag auch über ein neues Parlament ab.

Bei der Präsidentenwahl kam Ottón Solís von der Partei der Bürgeraktion (PAC) auf etwa 25 Prozent der Stimmen; für Otto Guevara von der Partei Befreiungsbewegung (PML) stimmten 21 Prozent der Wähler. Solís und Guevara erkannten den Sieg Laura Chinchillas an und kündigten eine konstruktive Opposition an.

Damit hat Chinchilla bereits im ersten Wahlgang ihr Ziel erreicht, den derzeitigen Amtsinhaber und Friedensnobelpreisträger Óscar Arias zu beerben. «Ich werde nun jeden Tag daran arbeiten, das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen», rief sie ihren Anhängern am späten Sonntagabend zu. «Costa Rica ist die solideste Demokratie in der Welt.»

Mit dem Sieg Chinchillas dürfte vor allem die Kontinuität der Politik von Arias sichergestellt sein. Chinchilla gehört ebenso wie Arias der sozialdemokratisch orientierten Partei der Nationalen Befreiung (PLN) an. Die Amtszeit von Arias, der das Land bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geführt hatte, endet am 8. März. An diesem Tag wird Chinchilla vereidigt.

Wichtigstes Thema des Wahlkampfes war die zunehmende Gewalt in Costa Rica, wo im vergangenen Jahr fast 1000 Menschen ermordet worden sind. Meist standen die Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel, dabei ist Costa Rica ein Transitland auf dem Weg von Süd- nach Nordamerika. 90 Tonnen Kokain sind in den vergangenen drei Jahren in dem Land beschlagnahmt worden. Alle Kandidaten sprachen sich dafür aus, die Kriminalität mit harter Hand zu bekämpfen und vor allem die Polizei zu stärken. Über eine Armee verfügt das mittelamerikanische Land nicht.

Bei der Stimmabgabe sagte der scheidende Präsident, für ihn sei die Zeit des Ausruhens gekommen. Er habe keine Wehmut, bald die Regierungsgeschäfte abgeben zu müssen. Vielmehr sei er stolz auf die Demokratie in Costa Rica, wo keine Soldaten nötig seien, um die Wahlurnen zu beschützen. «Solche Bilder haben wir nie gesehen und wir werden sie in Costa Rica niemals zu sehen bekommen», sagte er.

Costa Rica / Wahlen
08.02.2010 · 15:18 Uhr
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