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Laschet soll Rüttgers-Nachfolger werden

Der nordrhein-westfälische CDU-Landtagsabgeordnete Armin Laschet will Nachfolger von Jürgen Rüttgers als CDU-Landesvorsitzender werden.Großansicht

Düsseldorf (dpa) - Für die Verteilung der Macht in der nordrhein-westfälischen CDU ist eine wichtige Vorentscheidung gefallen: Der frühere Integrationsminister Armin Laschet (49) will Nachfolger von Jürgen Rüttgers als Landesvorsitzender werden.

Der Generalsekretär des Landesverbandes, Andreas Krautscheid, kündigte am Freitag in Düsseldorf Laschets Kandidatur an. Auch CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann sprach sich für ihn aus.

Offen ist, ob der ebenfalls als Anwärter für die CDU-Spitze in NRW genannte Bundesumweltminister Norbert Röttgen antreten wird. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Freitag gilt es als realistisch, dass der 45-Jährige auch unter den neuen Umständen zur Kandidatur bereit ist.

Laschet, Krautscheid und Laumann traten drei Monate nach der schweren Wahlniederlage der Union am 9. Mai in NRW demonstrativ gemeinsam vor die Presse. Bislang waren auch Krautscheid und Laumann als Nachfolger von Parteichef Rüttgers gehandelt worden. Generalsekretär Krautscheid erteilte Röttgen indirekt eine Absage: Der neue CDU-Landeschef solle aus der Landespolitik kommen.

Laschet sagte, Röttgen sei über die Entscheidung informiert und habe offen gelassen, ob er dennoch kandidiere. Laumann sagte, es gebe in der Partei eine breite Mehrheit für eine «Landeslösung». Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte WDR 5, dass der Kandidat für die Rüttgers-Nachfolge als CDU-Landeschef seinen Schwerpunkt nicht in der Bundespolitik, sondern in Düsseldorf sehen sollte.

«Ich schätze Röttgen sehr, er ist ein Freund von mir», sagte Laschet. «Aber wir müssen hier vor Ort jederzeit in der Lage sein, diese instabile Minderheitsregierung abzulösen. Und Röttgen ist in Berlin.» Generalsekretär Krautscheid sagte, im Falle einer Wahl Röttgens werde es sehr wahrscheinlich auch einen neuen Generalsekretär geben. «Wir kennen uns seit 30 Jahren. Wir wissen beide, dass das schwierig würde.»

Im Falle der Wahl Laschets sei eine Dreier-Lösung vorgesehen mit Krautscheid als Generalsekretär der Partei, Laschet als Parteichef und Laumann als Chef der CDU-Landtagsfraktion. «Um des gemeinsamen Erfolgs willen haben wir uns diese Arbeitsteilung überlegt. Das erste Echo ist Erfolg versprechend», sagte Krautscheid.

Laschet und Laumann nannten den Landesvorsitz des damaligen Bundesministers Norbert Blüm (CDU) als Negativ-Erfahrung für die NRW-CDU: «Blüm war der beliebteste Minister der Regierung Kohl, aber es hat nicht funktioniert. Im Landesvorstand wurde über Bundespolitik gesprochen und nicht über Landespolitik.»

Bei mehr als einem Kandidaten ist eine Befragung der 160 000 Mitglieder des stärksten CDU-Landesverbands geplant. Bis zum 30. August können sich weitere Bewerber melden. Der Wahlparteitag wird am 2. Oktober stattfinden, wenn nur Laschet kandidiert. Bei einer Kampfkandidatur mit vorheriger Mitgliederbefragung ist der 6. November der Tag der Entscheidung.

Parteien / CDU / Nordrhein-Westfalen
06.08.2010 · 16:48 Uhr
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