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Langzeitstudie dokumentiert stärkere soziale Abgrenzung in ostdeutscher Kleinstadt

Hamburg (dts) - Gesellschaftliche Gruppen in Ostdeutschland grenzen sich stärker voneinander ab als vor der Wiedervereinigung. Das ist das Ergebnis einer in der brandenburgischen Kleinstadt Wittenberge realisierten Langzeitstudie, die das Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit" in seiner aktuellen Ausgabe erstmals veröffentlicht. Das Projekt einer Gruppe von Soziologen und Ethnologen wurde mit 1,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Vom einstigen sozialistischen "Wir" sei demnach in Wittenberge 20 Jahre nach der Wende nichts mehr zu spüren. Die Gesellschaft grenze sich deutlich voneinander ab: "Gewinner" und "Verlierer" stünden wie Säulen nebeneinander. "Mit dem Mauerfall waren große Erwartungen verbunden. Dann kam das ewige Warten der Wendezeit", sagte der Leiter der Studie, Professor Heinz Bude. Mit der Wende kam schnell der industrielle Zusammenbruch. Die Stadt verlor rund die Hälfte ihrer Einwohner. Die Menschen hätten sich bereits mit der brutalen Realität abgefunden: "Wer`s bisher nicht geschafft hat, wird es auch in Zukunft nicht mehr schaffen", so Bude.
DEU / Wissenschaft / Industrie
02.03.2010 · 19:37 Uhr
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