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Lange Haftstrafe für Schwerverbrecher Wolf

Thomas Wolf erwartet sein Urteil in einem Hochsicherheitssaal im Landgericht von Wiesbaden. Foto: Boris RoesslerGroßansicht

Wiesbaden (dpa) - Thomas Wolf beging zahlreiche Straftaten, brach aus dem Gefängnis aus und galt als einer der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands. Nun muss er wieder für viele Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Wiesbaden verurteilte den 58-Jährigen am Dienstag zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft.

Die Richter sprachen ihn schuldig, eine Wiesbadener Bankiersgattin entführt und zwei Banken überfallen zu haben. Das Urteil lautete auf erpresserischen Menschenraub und schwere räuberische Erpressung. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von höchstens zehn Jahren. Wolf nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis.

Wolf hatte unter anderem im März 2009 die Frau eines leitenden Bankangestellten entführt und 1,8 Millionen Euro erpresst. Zudem verübte er nach Ansicht des Gerichts 2000 und 2003 zwei Banküberfälle in Hamburg und Eindhoven in den Niederlanden. Dabei bedrohte er die Angestellten mit einer Bombenattrappe und erbeutete zusammen mehr als 360 000 Euro.

Wolf hat die Taten gestanden. Der nach einem Zeckenbiss an Borreliose erkrankte Angeklagte war während des neun Monate dauernden Prozesses nur eingeschränkt verhandlungsfähig gewesen.

Der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk bescheinigte dem Angeklagten eine «hohe kriminelle Energie». Wolf, der mit 15 Jahren zum ersten Mal straffällig wurde und der mehrere Male aus der Haft ausbrach, habe die Taten mit «großer Professionalität und Akribie» vorbereitet. Der 58-Jährige habe sich in seiner kriminellen Karriere mit Diebstählen, Autoschiebereien und Bankeinbrüchen «immer nur als Opfer gesehen».

Dass Wolf seine Opfer mit Bombenattrappen und ungeladenen Schreckschusswaffen bedroht habe, sei keine Entlastung. Schließlich hätten seine Opfer Todesangst gehabt. Mit der Entführung der 44-jährigen Bankiersfrau habe er «den letzten großen Coup landen wollen». Denn das Geld aus dem Überfall in Eindhoven sei aufgebraucht gewesen.

«Da trafen Sie ihre nächste verhängnisvolle Entscheidung», sagte der Vorsitzende. Wolf hielt die 44-Jährige rund zehn Stunden in seiner Gewalt, bis der Ehemann das geforderte Geld überbrachte. Befreien konnte sich die an einen Baum gebundene Frau schließlich selbst. Die 44-Jährige, die seit ihrer Entführung unter schweren psychischen Problemen leidet, lächelte bei der Urteilsverkündung.

Prozesse / Kriminalität
13.12.2011 · 16:38 Uhr
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