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Lange Haft für «Sauerland-Terroristen» gefordert

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Düsseldorf/Frankfurt (dpa) - Die vier Mitglieder der Sauerland- Gruppe sollen für ihre geplanten Terroranschläge nach dem Willen der Bundesanwaltschaft für mehrere Jahre ins Gefängnis. Mit gewaltigen Autobomben sollen sie einen Massenmord geplant haben.

Chef-Ankläger Volker Brinkmann beantragte am Donnerstag am Düsseldorfer Oberlandesgericht Haftstrafen zwischen fünfeinhalb und 13 Jahren. Gegen einen weiteren mutmaßlichen Helfer der islamistischen Sauerland-Gruppe beginnt im März ein Prozess vor dem Frankfurter Oberlandesgericht.

Ankläger Brinkmann forderte die höchste Strafe von 13 Jahren Haft für Daniel Schneider, zwölfeinhalb Jahre für Fritz Gelowicz und elfeinhalb Jahre für Adem Yilmaz. Der Angeklagte Atilla Selek soll als Unterstützer der Terrorvereinigung für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. «Schwer verletzte Menschen mit abgerissenen Gliedmaßen waren Teil des Kalküls», warf ihnen Ankläger Brinkmann vor. «Das Ausmaß der Menschenverachtung und Gefühllosigkeit ist abgrundtief.» Mit den Anschlägen habe der Bundestag zu einem Truppenabzug aus Afghanistan genötigt werden sollen.

Der 30-jährige Gelowicz sei der «Motor des Geschehens», der von den anderen akzeptierte «Emir» der Gruppe gewesen. Den 31-jährigen Yilmaz habe «schon der Gedanke an das beabsichtigte Blutbad erfreut». Anzeichen eines Umdenkens seien lediglich beim einst «strammen Gotteskrieger» Daniel Schneider zu erkennen, der noch bei seiner Festnahme trotzig in die Kameras geblickt habe. Schneider habe darüber hinaus bei seiner Festnahme versucht, einen Polizisten zu töten.

Die Bundesanwaltschaft hält Gelowicz, Yilmaz und Schneider als Mitglieder einer ausländischen Terrorvereinigung für überführt. Außerdem sollen sie sich der Verabredung und der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens sowie der Verabredung zum vielfachen Mord schuldig gemacht haben. Schneider wird darüber hinaus versuchter Mord und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Aus den Reihen der Verteidiger wurden das Plädoyer als «seriös» und die Strafanträge als «maßvoll» bezeichnet. Dennoch gebe es noch Spielraum beim Urteil. Die Plädoyers der Verteidiger beginnen am 9. Februar. Das Urteil soll am 4. März gesprochen werden.

Gegen einen weiteren mutmaßlichen Helfer der «Sauerland-Gruppe» beginnt am 8. März der Prozess vor dem Frankfurter Oberlandesgericht. Dem Bruder von Adem Yilmaz, Burhan, werde vor dem Staatsschutzsenat die Unterstützung der Islamischen Dschihad-Union (IJU) vorgeworfen, teilte das OLG am Donnerstag in Frankfurt mit. Im Juni 2006 soll er 1100 Euro über einen Mittelsmann an Adem weitergeleitet haben. Außerdem soll er bei der logistischen Unterstützung der IJU geholfen haben.

Unterdessen wurde ein Helfer des Terror-Netzwerks El Kaida in Düsseldorf zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Er und seine zwei Komplizen wollten mit einem groß angelegten Versicherungsbetrug mehrere Millionen Euro für El Kaida beschaffen.

[Gericht]: Kapellweg 36, Düsseldorf [Oberlandesgericht]: Zeil 42, Frankfurt am Main

Prozesse / Terrorismus
04.02.2010 · 18:13 Uhr
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