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Lammert und Guttenberg in Kundus

Bundestagspräsident Norbert Lammert im Feldlager Marmal der Bundeswehr in Masar-i-SharifGroßansicht

Kundus (dpa) - Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) haben ihren gemeinsamen Afghanistan-Besuch am Sonntag in Kundus fortgesetzt.

In dem deutschen Feldlager inmitten einer Unruheprovinz gedachten sie am Ehrenhain der gefallenen deutschen Soldaten. Zuletzt waren im April insgesamt sieben deutsche Soldaten bei zwei Angriffen der Taliban getötet worden, drei davon waren in Kundus stationiert. Für die internationale Schutztruppe ISAF ist 2010 das bisher verlustreichste Jahr. Mit 465 Soldaten wurden in den ersten acht Monaten bereits fast genauso viele Soldaten getötet wie im gesamten Vorjahr.

Lammert und Guttenberg informierten sich in Kundus auch über das neue Ausbildungs- und Schutzbataillon mit 650 Soldaten, das ab Anfang September komplett einsatzbereit ist und gemeinsame Operationen mit den afghanischen Streitkräften planen, durchführen und nachbereiten soll. Mit dieser neuen Strategie des Partnerings soll die Ausbildung der afghanischen Soldaten verbessert und beschleunigt werden. Ein zweites Bataillon soll im Herbst folgen.

Lammert und Guttenberg waren bereits am Samstagabend im Hauptquartier für Nordafghanistan in Masar-i-Scharif eingetroffen. Der Bundestagspräsident hatte der Truppe dort die Rückendeckung des Parlaments zugesichert. «Der Bundestag weiß, dass er sich auf die Bundeswehr verlassen kann, und Sie sollten wissen, dass Sie sich auf den Deutschen Bundestag verlassen können», sagte er vor mehreren hundert Soldaten.

Es ist die erste Afghanistan-Reise Lammerts seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren. Guttenberg besucht das Land bereits zum fünften Mal in zehn Monaten.

Der Verteidigungsminister mahnte erneut eine realistische Betrachtung des Einsatzes und mehr Aufmerksamkeit für die gefährliche Aufgabe der Soldaten an. Im Sommer habe er das Gefühl gewonnen, dass es in Deutschland wieder «etwas ruhiger in der Betrachtung Afghanistans» geworden sei. Er warb bei den Soldaten auch um Verständnis für die von ihm geplante Reform der Streitkräfte. Die Bundeswehr werde künftig «stärker und besser» sein, sagte er. Er verwies darauf, dass heute bei einer Truppenstärke von rund 250 000 Soldaten nur 7000 gleichzeitig im Einsatz sein können. Diese Zahl will der Minister trotz einer drastischen Verkleinerung der Truppe deutlich erhöhen.

Konflikte / Afghanistan
29.08.2010 · 13:40 Uhr
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