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Lage in Bangkok bleibt gespannt

Anspannung in BangkokGroßansicht
Bangkok (dpa) - Der Machtkampf zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in Thailand wird immer vertrackter. Auch am Freitag zeichnete sich in der politischen Krise keine Lösung ab.

Die Fronten mit tausenden Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in Bangkok rückten am Morgen zeitweise bis auf wenige Meter aneinander heran. Die Polizei verlangte den Abbau der Barrikaden aus Autoreifen und Zäunen mit spitzen Bambusstangen. Die Demonstranten verweigerten dies. Sie verlangen als Vorbedingung für den Abzug den Rücktritt der Regierung. Die Polizei zog sich schließlich zurück. Hinter den Kulissen liefen hektische Vermittlungsversuche. Ein Ergebnis ist nicht in Sicht. «Wir stehen an der Schwelle der Anarchie und einem möglichen Regimewechsel», schrieb die Zeitung «Nation».

Hunderte zusätzliche Soldaten und Polizisten waren in der Nacht an einer Kreuzung unweit einer Hochbahnstation aufgezogen, wo am Abend zuvor mehrere Granaten eingeschlagen waren. Die Sicherheitskräfte wollten einen Sturm der aufgebrachten Regierungsgegner in weitere Stadtteile verhindern. Diese blieben am Freitag dann weitgehend in dem von ihnen besetzten Areal in einem Geschäftsviertel. Unter anderem rieten Großbritannien und Australien ihren Landsleuten, nicht nötige Reisen nach Bangkok aufzuschieben.

Die Granatattacken ereigneten sich nur wenige Kilometer von der deutschen Botschaft entfernt. Bei den Angriffen waren eine Frau ums Leben gekommen und rund 75 Menschen verletzt worden. Die Regierung hatte zunächst von drei Toten gesprochen. Nach ihren Angaben waren die Granaten aus dem Lager der Rothemden auf eine Gruppe von Gegendemonstranten abgefeuert worden. Sie spricht von Terroristen, die die Rothemden unterwandert hätten. «Ich will diejenigen warnen, die hinter diesen Terroranschlägen stecken: Sie können hingerichtet werden», sagte der Generaldirektor der Ermittlungsbehörde im Justizministerium, Tharit Pengdit. Die Rothemden widersprechen. Sie sehen Provokateure am Werk, die dafür sorgen wollen, dass die Situation außer Kontrolle gerät und das Militär einen Vorwand zum Einschreiten hat.

Die Rothemden demonstrieren seit fast sechs Wochen in Bangkok. Ein Versuch des Militärs, ihre Protestlager zu räumen, endete vor zwei Wochen in Straßenschlachten, bei denen 25 Menschen ums Leben kamen und rund 800 verletzt wurden.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät von Reisen in die thailändische Hauptstadt ab. Es folgte damit zahlreichen anderen europäischen Regierungen. «Vor dem Hintergrund andauernder politischer Proteste und der daraus resultierenden unübersichtlichen Sicherheitslage wird vor nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Bangkok derzeit abgeraten», teilte das AA am Freitag in seinen Reisehinweisen für das südostasiatische Land mit. Keine Probleme gibt es bislang mit Phuket und den Tourismusregionen im Süden des Landes.

Konflikte / Thailand
23.04.2010 · 19:54 Uhr
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