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Lage in Afghanistan verschlechtert sich

Michael MullenGroßansicht
Kabul/Washington (dpa) - Vor der Verkündung erster offizieller Teilergebnisse der Präsidentenwahl in Afghanistan hat sich US-Generalstabschef Michael Mullen besorgt über die Sicherheitslage geäußert. Die Situation in Afghanistan sei «ernst und verschlechtert sich», sagte er dem Nachrichtensender CNN.

Die negative Äußerung des Admirals sorgte für Aufsehen, da sie kurz nach der Afghanistan-Wahl erfolgte, die von den USA als wichtiger Schritt zur Stärkung des Vertrauens der Bevölkerung in ihre Regierung bezeichnet worden war.

Die Unabhängige Wahlkommission in Kabul bereitet unterdessen die Veröffentlichung der Ergebnisse von etwa einem Drittel der Stimmen vor. Nach Aussagen der Kommission werden am Dienstagnachmittag (Ortszeit) die Ergebnisse aus 2000 der etwa 6200 Wahlzentren im Land vorgelegt, in denen am vergangenen Donnerstag abgestimmt worden war. Bis zur Verkündung des vorläufigen Endergebnisses Anfang September sollen teils täglich weitere Teilresultate verkündet werden.

Am Tag nach der Wahl hatten sowohl Amtsinhaber Hamid Karsai als auch sein schärfster Rivale, der frühere Außenminister Abdullah Abdullah, den Sieg für sich beansprucht. Die IEC erklärte daraufhin, der Sieger werde erst feststehen, wenn alle Stimmen ausgezählt seien.

US-Stabschef Mullen ließ in dem CNN-Interview nicht erkennen, ob der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, angesichts der angespannten Sicherheitslage eine weitere Truppenaufstockung über die bereits von Präsident Barack Obama verfügte hinaus beantragen wird. McChrystal arbeitet derzeit an einem Lagebericht, den er innerhalb der nächsten 14 Tage in Washington vorlegen wird. Nach Obamas bisherigem Plan werden sich Ende des Jahres etwa 68 000 US-Soldaten in Afghanistan aufhalten.

Bei einem Bombenanschlag in Südafghanistan kamen unterdessen zwei ausländische Soldaten ums Leben. Wie die Internationale Schutztruppe ISAF am Montag mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall bereits am Vortag. Zur Identität der Opfer machte die ISAF wie üblich keine Angaben. In der Region, die als Hochburg der radikal-islamischen Taliban gilt, sind vor allem amerikanische und britische Truppen stationiert. Nach Angaben des Internetdienstes icasualties.org wurden seit Anfang August bislang 57 ausländische Soldaten getötet.

Konflikte / USA / Afghanistan
24.08.2009 · 15:03 Uhr
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